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Nachhaltigkeit          nachhaltige Entwicklung  
   (sustainable development)
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Newsletter 04/18.02.10
Rat für Nachhaltige Entwicklung
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  Neues aus dem Rat für Nachhaltige Entwicklung
+ „Nächste Stufe“ – Rat legt Tätigkeitsbericht für Jahre 2007 bis 2010 vor

Meldungen zu aktuellen Themen

+ Neuer Wachstumsbegriff: Lob und Kritik für Merkels Vorstoß
+ Kommunen: Artenschutz macht Städte attraktiver
+ Bundesumweltministerium eröffnet Dialogportal zur Nachhaltigkeitsstrategie
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+ USA und China machen Tempo bei „sauberer Kohle“, EU zögert
+ Internationale Energieagentur für Umstieg auf Biosprit aus Abfällen

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Nachhaltige Entwicklung in Deutschland: Indikatorenbericht 2006, pdf-Dokument bei destatis.de Nachhaltige Entwicklung in Deutschland: Indikatorenbericht 2006
Kernstück der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie vom 17.4.2002 sind 21 Indikatoren, mit denen der Grad der erreichten "Nachhaltigkeit" bilanziert werden soll. Tournusmäßig alle 2 Jahre soll vom Statistischen Bundesamt ein sog. "Fortschrittsbericht" vorgelegt werden, in denen die Entwicklung der 21 Indikatoren analysiert wird. Aufgrund der vorgezogenen Bundestagswahl verzögerte sich die Veröffentlichung des Fortschrittberichts 2006 bis zum April 2007.
Fortschrittsbericht 2006  [pdf, 1,57 MB, 61 S., destatis.de]
   
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zum SeitenanfangHintergrund


Historischer Ursprung


Nachhaltigkeit 
in der Forstwirtschaft



Hans Carl von Carlowitz: 
"Der Erfinder der Nachhaltigkeit"

  
Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und wurde erstmals um ca. 1700 vom Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz in der Silberstadt Freiberg (Sachsen) "erfunden". Auch hier war der neue Begriff der Nachhaltigkeit ein Kind der Krise: nicht etwa die Erschöpfung der Silberlager- stätten sondern die sich schnell verschärfende Holzknappheit veranlasste den adeligen Forstmann zur Erarbeitung eines Nachhaltigkeitskonzepts zur dauerhaften Bereitstellung ausreichender Holzmengen für den Silberbergbau.
Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft bezeichnet eine Art und Weise der Holzwirtschaft, bei der der Waldbestand als natürliche Ressource für die Holzwirtschaft auf Dauer gesichert bleibt. So wird z.B. immer nur soviel Holz geschlagen, wie durch Wiederaufforstung nachwachsen kann
Auf heutige Verhältnisse übertragen ist außerdem dafür zu sorgen, dass dem Wald nicht die natürlichen Lebens- und Wachstumsvoraussetzungen entzogen werden, z.B. durch Schadstoffe im Boden und in der Luft (saurer Regen, Waldsterben); durch Klimawandel (Treibhauseffekt) oder durch Schädigung der Erdatmosphäre (Ozonloch).
Wer sich über die historischen Hintergründe näher informieren will, lese den interessanten und informativen Zeitungsartikel:
Ulrich Grober
: "Der Erfinder der Nachhaltigkeit. "Sustainable development" -
das weltweit diskutierte Entwicklungskonzept hat eine überraschende Geschichte. Sie führt zurück ins barocke Sachsen: zu Hans Carl von Carlowitz in der Silberstadt Freiberg." [zum Volltext:  aus: DIE ZEIT, Nr.48/25.11.99, S.98]

   

Nachhaltigkeit
im Sinne der
Agenda 21

Nachhaltigkeit im Sinne der Agenda 21 beinhaltet als einen wichtigen Kernaspekt (nach wie vor, wie im historischen Ursprung) einen nachhaltigen d.h. zukunftsfähigen Umgang mit den Ressourcen, wobei allerdings der Begriff der "Ressourcen" eine dramatische Ausweitung erfahren hat: er umfasst nicht nur die Bodenschätze und nachwachsenden Rohstoffe sondern schließt die vielfältig vernetzten lokalen, regionalen und globalen Ökosysteme und letztendlich die gesamte Erde mit ihrer Erdatmosphäre ein.

Brundtland-Bericht

  

"Den Bedürfnissen der heutigen Generation zu entsprechen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen" - so definierte eine UN-Kommission unter Leitung der früheren norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland 1987 den Begriff, der bald darauf beim Erdgipfel in Rio de Janeiro 1992 Karriere machte. 

Die Brundtland-Kommission definierte "sustainable development" im eigentlichen Kern über zwei Hauptaspekte:  
1)  Befriedigung der Grundbedürfnisse (essential needs) der Armen weltweit  
2)  Verfolgen eines Entwicklungsmusters, das die begrenzten Naturressourcen
     auch zukünftigen Generationen erhält (Generationengerechigkeit)
Nicht mehr ernten, als nachwächst - dieses Prinzip aus der Forstwirtschaft (s.o) sollte auch zur Leitlinie allen Wirtschaftens werden, einprägsam formuliert in der Maxime: Von den Erträgen leben, nicht von der Substanz!
 

Magisches Dreieck 
der Nachhaltigkeit


Weltweiter Raubbau an den natürlichen Ressourcen, die zahlreichen zunehmenden Störungen der Ökosysteme auf allen Ebenen brachten außerdem die Einsicht, dass ökologisches Gleichgewicht nur erreicht werden kann, wenn parallel ökonomische Sicherheit und soziale Gerechtigkeit gleichrangig angestrebt werden (Magisches Dreieck der Nachhaltigkeit).
Denn zunehmende Ungleichheit zwischen Arm und Reich global (reiche Industrieländer, arme Entwicklungsländer) und lokal (ungleiche Verteilung von Vermögen, Einkommen und Macht/ Einfluss) in den einzelnen Staaten / Regionen ist im Zuge der Globalisierung zunehmend eine der Hauptursachen für den Raubbau an der Natur und die Störung der Ökosysteme geworden.
Als so genanntes Drei-Säulen-Konzept bezieht sich nachhaltige Entwicklung seit dem Rio-Gipfel 1992 also nicht mehr nur vorrangig auf den langfristigen Schutz von Umwelt und Ressourcen, sondern gleichermaßen auf die Verwirklichung sozialer und ökonomischer Ziele.
 

Kritik an der Ausweitung und Verwendung 
des Begriffs 
"Nachhaltigkeit"

In der Folge hat sich "Nachhaltigkeit" zu einer komplexen Herausforderung entwickelt, worunter leider die begriffliche Klarheit stark gelitten hat: 
Zitat Klaus Töpfer (Direktor des UN-Umweltprogramms, früher deutscher Umweltminister ): "Wenn einem nichts anderes mehr einfällt, spricht man von einer ,nachhaltigen Entwicklung' ...".
 [ZEIT, 18/25.4.02, S.26]    
Der Begriff "Nachhaltigkeit" wird inzwischen sogar missbräuchlich und gegen- sätzlich zu seinem ursprünglichen Kerninhalt verwendet, z.B. "um beliebige ökonomische Belange gegen die Erfordernisse des Umweltschutzes in Stellung zu bringen" (Rat der "Ökoweisen").
[ZEIT, 18/25.4.02, S.26
  

"Nachhaltigkeit" 
in der 
aktuellen politischen Auseinandersetzung

Fast alle im Bundestag vertretenen Parteien nennen als Leitbild für Umwelt oder Energie ausdrücklich die Nachhaltigkeit. Ihre konkreten Vorstellungen unterscheiden sich aber z.T. erheblich bzw. sind sogar gegensätzlich.
 mehr ..(dpa-Analyse)
Auch wenn der Begriff  "Nachhaltigkeit" inzwischen inflationär verwendet wird oder im Sinne der "political correctness"  zum "angesagten" Sprachgebrauch zählt, so ist er doch nach wie vor Angelpunkt ernsthafter Auseinandersetzung um zukunftsfähige Konzepte:  Was nämlich tatsächlich "den Bedürfnissen heutiger Generationen entspricht, ohne die Chancen zukünftiger Generationen zu gefährden" (Definition von Nachhaltigkeit durch den Brundtland-Bericht) ist keineswegs a priori klar und kann nur im öffentlichen demokratischen Diskurs ermittelt werden.
Durch die Vielfalt und Komplexität der untereinander stark vernetzten Agenda 21 Themen erwachsen aus dieser "Definition von Nachhaltigkeit" nahezu zwangsläufig die bekannten Auseinandersetzungen darüber, welche konkreten Maßnahmen tatsächlich im Sinne der eigenen Vorstellungen effektiv sind. "Nachhaltigkeit" droht daher immer wieder zu verkommen zum altbekannten Politikstil, mit eher kurzfristigem Horizont zu versuchen, egoistische Eigeninteressen durchzusetzen. 
 

"Nachhaltigkeit" 
weithin unbekannt


Kommunikation von Nachhaltigkeit

Obwohl der Begriff "Nachhaltigkeit" in der politischen Auseinandersetzung häufig verwendet wird, ist er vielen Menschen kaum bekannt. Nur 13 % der Deutschen konnten im Jahr 2000  überhaupt etwas mit dem Begriff anfangen.

Die Website www.nachhaltigkeit.at (ausführlich im folgenden Absatz) widmet sich im Monatsthema 3/2002 ganz der erfolgreichen Kommunikation von Nachhaltigkeit. Erläutert werden Probleme und Lösungsansätze bei der Vermittlung der Inhalte, dabei helfen Positionen von ExpertInnen aus Kommunikationsagenturen und Projektorganisationen ebenso wie Meinungen von UnternehmerInnen. Abrufbare Projekte und Initiativen zu diesem Thema runden das Monatsspezial ab.
 

 
Jedes Monatsthema
umfasst
folgende Rubriken:

  • Überblick
  • Fakten
  • Dokumente, Links
    Hintergrund-Infos,
  • Positionen
  • Gast-Kommentare
  • Glossar
Themenübersicht
ab 01/2001


Recherche und Ausarbeitung: Forschungsschwerpunkt für Nachhaltigkeit und Umweltmanagement,
WU-Wien

Das österreichische Informationsportal für Nachhaltigkeit bereitet jeden Monat ein Thema zur Nachhaltigkeit wissenschaftlich auf.

  1. 04/06: Die Global Marshall Plan Initiative   => Global Marshall Plan
  2. 03/06: Lebensqualität und Nachhaltigkeit
  3. 02/06: Die Nachhaltigkeitsprüfung
  4. 12/05: Österreichs EU-Ratspräsidentschaft und Nachhaltigkeit
  5. 11/05: Urbane Nachhaltigkeit
  6. 10/05: Gender und Nachhaltigkeit
  7. 09/05: 5 Jahre Millenniums-Entwicklungsziele   => Millenniumsziele
  8. 08/05: Kunst und Nachhaltigkeit
  9. 07/05: Nachhaltigkeit und Jugend
  10. 06/05: Regionen und Nachhaltige Entwicklung
  11. 05/ 05: Institutionelle Innovationen für Nachhaltige Entwicklung
  12. 04/05: Bewertung von Nachhaltigkeit auf betrieblicher Ebene
  13. 03/05: Kirchliche Institutionen und nachhaltige Entwicklung
  14. 02/05: Nachhaltigkeit und Beschäftigung
  15. 01/05: Nachhaltige Entwicklung in den Medien
  16. 12/04: Nachhaltigkeit und Gesundheit
  17. 11/04: Lokale Agenda 21
  18. 10/04: Nachhaltiges Bauen und Wohnen
  19. 09/04: Nachhaltiger Konsum und zukunftsfähiges Essen
  20. 08/04: Exportchance Nachhaltigkeit
  21. 07/04: Zwei Jahre Österreichische Strategie zur Nachhaltigen Entwicklung
  22. 06/04: Nachhaltigkeitsmanagement: Systeme und Programme
  23. 05/04: Corporate Citizenship - Unternehmen und soziale Verantwortung
  24. 04/04: Nachhaltigkeit und die neuen EU-Mitgliedstaaten
  25. 03/04: Governance und Nachhaltigkeit
Technischer Hinweis: Die Monatsthemen können leider nicht gleichbleibend direkt adressiert werden, weil die ID-Nummer (Zahl am Ende der URL) in jedem Monat um 1 hochgezählt wird. Das Thema des aktuellen Monats hat die ID 0, die folgenden dann 1, 2, 3 usw., also die Zahl vor dem jeweiligen Thema in der obigen Liste.
Aktuelles Thema  ID=0:  www.nachhaltigkeit.at/reportagen.php3?id=0
Folgendes Thema ID=1:  www.nachhaltigkeit.at/reportagen.php3?id=1
  

Nachhaltigkeit
von den Inhalten her akzeptiert

Auch wenn der Begriff "Nachhaltigkeit" weithin unbekannt ist, gibt es zu den Inhalten, die hinter dem Begriff stehen, breite Zustimmung, wie eine Umfrage belegt: 77 % der Befragten traten für einen fairen Handel zwischen reichen und armen Ländern ein. 83 % sprachen sich dafür aus, nicht mehr Ressourcen zu verbrauchen, als nachwachsen können, 90% befürworteten das Prinzip ökologischer Generationen-Gerechtigkeit - die Umwelt sollte nicht auf Kosten späterer Generationen ausgebeutet werden. -> dpa-Analyse [Vistaverde]

Nachhaltigkeit
im Bewusstsein der
Menschen und
im Handeln ?

Angesichts der Erfahrungen der letzten Jahre (z.B.: Ökosteuer, Umweltabgaben; fehlende Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit; veränderte Entfernungs-Pauschale) kann jedoch bezweifelt werden, ob diese breite Zustimmung zu einigen Prinzipien von Nachhaltigkeit bei der Umsetzung in konkrete Politik dann auch mit einer nennenswerten Bereitschaft verbunden wäre, persönliche Belastungen oder Einschränkungen zu akzeptieren.
Der am 29.9.04 vorgestellte Bericht "Umweltbewusstsein in Deutschland 2004" zeigt ebenfalls, dass viele Menschen in Deutschland wenig Konkretes mit dem Begriff der "Nachhaltigkeit" verbinden können. Die Bereitschaft zu tatsächlichen Verhaltensänderungen gemäß dem Prinzip der Nachhaltigkeit ist gering.
  
Indikatoren für Nachhaltigkeit
Um der weiteren "Aushöhlung" des Begriffs der "Nachhaltigkeit" entgegen zu wirken, vor allem aber um den Begriff  durch "messbare" Kriterien zu operationalisieren,  wurden verschiedene Indikatoren für Nachhaltigkeit identifiziert oder konstruiert und zu sogenannten "Indikatoren-Sets" gebündelt. Diese werden lokal, regional und global verwendet, um Status und Entwicklung zu bilanzieren, zu vergleichen und zu bewerten. Ein Beispiel ist der Deutsche Umwelt Index (DUX) (Tabelle links), der aus 6 Faktoren gebildet wird und vom Umweltbundesamt berechnet wird. Die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie (im folgenden) beinhaltet 21 Indikatoren.
Eine Extraseite informiert über Nachhaltigkeitsindikatoren.

  


Nationale Nachhaltigkeitsstrategie mit 21 Indikatoren
In der Agenda 21 wurden die Unterzeichnerstaaten aufgefordert, eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln. Die Bundesregierung hat mit den "Perspektiven für Deutschland: Strategie für eine nachhaltige Entwicklung" diesen Auftrag noch rechtzeitig zum Rio+10 Erdgipfel in Johannesburg erfüllt. 
In der Strategie werden 21 Indikatoren definiert, mit denen die Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit bilanziert werden soll. Alle 2 Jahre soll zukünftig dazu ein Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt werden.
   
=>  Nationale Nachhaltigkeitsstrategie  
   

Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung
World Summit on Sustainable Development (WSSD)
 vom 26.8. - 4. 9.2002
  in Johannesburg, Südafrika
Schon der erste Bilanz-Erdgipfel Rio+5 (1997 in New York) brachte enttäuschende Ergebnisse und desillusionierte Agenda-Engagierten weltweit. Nach 30 Jahren seit der ersten UN-Umweltkonferenz (Stockholm 1972) und 10 Jahren seit dem Erdgipfel in Rio de Janeiro 1992 fiel die neuerliche Bilanz beim Johannesburg-Gipfel 2002 für viele der drängendsten globalen Probleme abermals düster aus   
=> Extra-Site:
Rio+10 Erdgipfel in Johannesburg
    
Was hat der Johannesburg-Gipfel gebracht?
Gemessen an dem ursprünglichen Ziel,
international verbindliche, nachprüfbare und sanktionierbare Maßnahmen und dazu konkrete Programme mit Finanzierung, Zeitvorgaben und umsetzenden Institutionen zu vereinbaren, ziehen insbesondere die Nichtregierungsorganisationen (NRO) eine überwiegend negative bis enttäuschte Schlussbilanz: "Weltgipfel für Nachhaltige Enttäuschung" (BUND), "Desaster für den Klimaschutz" (Greenpeace), "unverbindliche Formulierungen" (WWF), "viel zu wenig Substanz" (NABU) lauten z.B. die Urteile der großen Umweltverbände in Deutschland.
Dazu ausführlich: Ergebnisse des Johannesburg-Gipfels
  
Nachhaltigkeit
braucht Zeit

Essay von
Ulrich Grober
Nach soviel Enttäuschung über den Johannesburg-Gipfel kann ein Essay von Ulrich Grober wieder Mut machen: "Konstruktives braucht Zeit. Über die langsame Entdeckung der Nachhaltigkeit."
Angesichts der Misserfolge im Umfeld des Johannesburg-Gipfels das Konzept der Nachhaltigkeit aufzugeben, wäre nach Einschätzung des Autors falsch. Denn der Übergang zu einer nachhaltigen Entwicklung sei ein tiefgreifender Transformations-prozess, der im Bereich der Bewusstseinsbildung schon viel erreicht und eine "faszinierende Fülle von Erfahrungen und Kenntnissen" weltweit hervorgebracht habe. Dabei rücke die kulturelle Dimension von Nachhaltigkeit mit der Veränderung von Denkmustern, Werten und Lebensstilen stärker ins Blickfeld.
Online-Volltext des Essays in: Politik und Zeitgeschichte, B 31-32/2002, S.3-7

  
nachhaltige Entwicklung:
Stand und Perspektiven

Auch die weiteren Beiträge der Ausgabe B 31-32 von "Aus Poltitik und Zeitgeschichte" (APuZ) (Beilage zur Wochenzeitschrift "Das Parlament") zur Nachhaltigkeit sind interessant und vermitteln viele Hintergrund-Informationen sowie Einschätzungen zum Stand und den Entwicklungsperspektiven einer Nachhaltigen Entwicklung:

Nachhaltigkeit als
zivilisatorischer Entwurf
Der Publizist und Kultur-Historiker Ulrich Grober hat sich wiederholt in Hintergrund-Artikeln und Essays mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. Zwei weitere Beiträge stellen wir hier vor:

"
Die Idee der Nachhaltigkeit als zivilisatorischer Entwurf "
"Unsere Gesellschaft sei sich überhaupt nicht bewusst, welche Verpflichtung sie mit dem Rio-Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung eingegangen sei, hat mir vor einigen Jahren auf einem Gang durch seine sommergrünen Buchenbestände im Steigerwald der bayerische Forstmann Georg Sperber gesagt: "Das ist ein Umkrempeln bis tief hinein in das Wesen der Industriegesellschaft. Eine Revolution im wahrsten Sinne des Worten . . . " (Zitat aus dem Artikel)
Zum Volltext des Artikels
[Quelle: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 24/2001, Beilage zu: Das Parlament]

  
Ethik der
Nachhaltigkeit




Zum Volltext
[DIE ZEIT,  Nr.35/2002]
Besonders die USA als weltweit größter Verbraucher von Ressourcen und Erzeuger von Klimagasen blockieren seit Rio 1992 den Agenda 21 Prozess und weigern sich hartnäckig, ihren mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit unvereinbaren Konsum- und Lebensstil aufzugeben.
Es gibt aber auch die andere USA der Umweltschützer und Nachhaltigkeits-Ethiker, wie Ulrich Grober  zeigt:
"Denken wie ein Berg. Die Vereinigten Staaten und ihre große ökologische Tradition - oder:    Wie Aldo Leopold im Wilden Westen zum Ethiker der Nachhaltigkeit wurde." [ DIE ZEIT, Nr.35/22.8.02, S. 76]
"Unser Lebensstil ist keine Verhandlungssache! " Mit diesem fatalem Diktum ignorierte 1992 US-Präsident George Bush demonstrativ die Umweltkonferenz von Rio de Janeiro. 10 Jahre später beim Nachhaltigkeitsgipfel in Johannesburg scheint sein Sohn, US-Präsident George W. Bush, entschlossen, die Blockade gegen jede zeitgemäße Umweltpolitik fortzusetzen.
Dabei verfügen die USA über eine moderne ökologische Tradition wie kein zweites Land der Erde. Einer ihrer wichtigsten Köpfe war Aldo Leopold. Seine Ethik der Nachhaltigkeit beeindruckte einst Präsident Franklin D. Roosevelt und inspiriert heute Umweltpolitiker in aller Welt
.
  
zum SeitenanfangNachhaltigkeit in der Schule


Agenda 21 Schule


Über die Versuche, den allgemeinen Begriff der Nachhaltigkeit auf  Schule und Bildung zu übertragen ("Bildung für nachhaltige Entwicklung") und zu definieren, was eine
"Agenda 21 Schule" ist, informiert diese Extraseite.

Vielfältige Informationen, Materialien sowie Tipps und Anregungen für Schulen und Bildungseinrichtungen bietet die 
    Extra-Website "
Auf dem Weg zur Agenda 21 Schule"  
  
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www.nachhaltigkeit.info

Die Aachener Stiftung Kathy Beys hat mit finanzieller Unter-stützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ein Lexikon der Nachhaltigkeit erstellt. Es bietet kostenlos umfangreiche Infos zur Geschichte, den Zielen der Nachhaltigkeit und zu Akteuren, die sich um eine Nachhaltige Entwicklung bemühen. Es erklärt Indikatoren, die die Erfolge auf dem Weg zu einer Nachhaltigen Entwicklung dokumentieren.
Mit diesem Lexikon können Recherchen in der Schule oder zur Unterrichtsvorbereitung unterstützt werden. Es soll sich zu einem Standard-Nachschlagewerk im Internet für Fragen rund um die Nachhaltige Entwicklung weiterentwickeln.
Weitere Infos zum Lexikon   
  

Stand: 20.04.07/zgh

Themen: Agenda 21    Agenda 21 Schulen   Erdgipfel Rio+10

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