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   Aktuelle Bibliografie:  Stammzellenforschung
  

Zunächst die Frage, um die es am 30. Januar im Bundestag geht:
Ist die Forschung an embryonalen Stammzellen zulässig, soll deren Import erlaubt sein?

Dann die auch nicht einfache Frage:
               Durch welche Art von Lektüre bildet man sich ein Urteil in dieser Sache?  

  • Durch Bücher zum Menschenbild der Moderne?  

  • Naturwissenschaftliche Fachliteratur?

  • Medizinethische Titel?

  • Rechtsethische Berichte Schwerstkranker, die auf Heilung hoffen?

  • Durch Warnungen davor, Embryonen als vom weiblichen Körper unabhängig zu sehen?
     


  Karl-Otto Hondrich:
Der Neue Mensch (Essays)
edition suhrkamp, Frankfurt a. M. 2001; 222 S., 1 10,- €
ausführliche Rezension
(in:  Das Parlament, 8.2.02, S.6)
 

Der Vorschlag hier wäre: Durch ein soziologisches Büchlein: zuerst  Karl-Otto Hondrichs Essays "Der Neue Mensch". Denn Hondrich berichtet in ebenso schöner wie kluger Prosa von der Macht des Sozialen, die den Altmachtsfantasien und Selbstbestimmungswünschen der Individuen auch im biologischen Zeitalter Grenzen setzt.

Hrsg.: Bernhard Kleeberg  u.a.
Die List der Gene
Gunter Narr Verlag, Tübingen 2001;
258 S., 34,-  €

Der kulturwissenschaftlich orientierte Band "Die List der Gene" fragt sodann nach dem Verlust der Mehrdimensionalität des Menschen in Zeiten biologischer Revolutionen.
  

Irmela Krüger-Fürhoff:
  Der versehrte Körper
Wallstein Verlag Göttingen 2001
240 S., 20,- €

Dann gibt es - nein, kein Umweg in die Vergangenheit! - kulturhistorische Titel zur Vorgeschichte, etwa die Studie von Irmela Krüger-Fürhoff: "Der versehrte Körper", die zeigt, wie die Klassiker von Lessing bis Kleist ästhetisch mit der Tatsache der imperfekten Physis umgingen.

Christian Geyer
Biopolitik
edition suhrkamp 2261,
Frankfurt a.M. 2001, 302 S., 11,- €  

Aber natürlich sind die aktuellen Sammelbände das nächstliegende Geländer der Urteilsbildung: also der vom FAZ-Redakteur Christian Geyer edierte Band "Biopolitik", der ein breites Spektrum von Positionen bündelt ,

Hrg.: Sigrid Graumann
Die Genkontroverse: Grundpositionen.
(Mit der Rede von Johannes Rau)  
Herder Verlag 2001; 192 S., 9,90 €

ebenso das von der Medizinethikerin Sigrid Graumann herausgegebene Buch "Die Genkontroverse", das sich eigens der Frage nach den Alternativen widmet.

Hrsg.: Gisela Bockenheimer-Lucius
Forschung an embryonal Stammzellen (Ethische und rechtliche Aspekte)
Deutscher Ärzte Verlag, Köln 2002;
180 S., 39,35 €)

Etwas (nicht viel) schwieriger zu lesen, aber sehr lesenswert ist der Band: "Forschung an embryonalen Stammzellen",  der die stärksten Argumente zusammenstellt, auch der weiblichen Perspektive Raum gibt und das Problem europäisch dokumentiert.

Hat man all dies gelesen, dann ist man klüger und unsicher auf höchstem Niveau.

Und dann?  Dann liegt da noch ein Reprint von Adornos Minima Moralia zum Jubiläum der fast schon sprichwörtlichen Rebellionen aus dem fast schon sprichwörtlich beschädigten Leben, da steht:

"Geliebt wirst du einzig, wo du dich schwach zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren."

Ob dies in der biotechnischen Zukunft ein Satz aus der versunkenen Utopiehistorie des Menschen sein wird: Kein Bundestag wird's entscheiden. (EvT)


Quelle     

DIE ZEIT, Nr.5/2002 vom 24.02.2002, S. 42  (EvT)

  Seiten-Info:     

erstellt  24.02.2002 (zgh)

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