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  Darfur -Konflikt Dossier

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Hintergrund 
Infografik: Sudan, Darfur: Landkarte; Großansicht [FR]
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Daten zu Darfur:
Einwohner: 6 Mio
Fläche: 500.000 km²
= Frankreich

 

Die Krisenregion Darfur liegt im Westen Sudans. Dort leben traditionell afrikanische Stämme (z.B. die "Fur", daher der Name "Darfur" = Land der Fur) in Konkurrenz zu arabischen. Die Feindschaft zwischen afrikanischen und arabischen Stämmen rührt bereits aus vorkolonialer Zeit und gründet vor allem in ihrer gegensätzlichen Lebensweise: Als sesshafte Bauern mussten die afrikanischen Stämme immer wieder arabische Stämme abwehren, die als Nomaden ebenfalls Anspruch auf Land und Wasser erhoben. Starkes Bevölkerungswachstum führte zu fortschreitender Übernutzung natürlicher Ressourcen (fruchtbares Land, Wasser, Wald/ Holz) und ihrer Verknappung, wodurch sich die Konflikte zwischen sesshaften Afrikanern und nomadischen Arabern laufend verstärkten.
Durch den Rohstoffreichtum Darfurs (Öl, Uran, Kupfer, Diamanten) haben sich die Konflikte in jüngerer Zeit noch verschärft (-> Rohstofffluch), weil die verschiedenen Bevölkerungsgruppen angemessen am Rohstoffreichtum beteiligt werden wollen, die afrikanischen Stämme bisher jedoch weitestgehend ausgeschlossen wurden.
Nachdem die arabisch geprägte Regierung Sudans die afrikanischen Stämme immer stärker benachteiligte, erhoben sich
im Februar 2003 die Rebellenorganisationen der Sudanesischen Befreiungsbewegung (SLM) und der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) gegen die Zentralregierung in Khartum und verlangten eine gerechtere Verteilung aller Ressourcen.
Die Zentralregierung reagierte auf die Aufstände mit der Rekrutierung von arabischen Nomaden u.a. aus der Region Darfur sowie von Söldnern und vorzeitig entlassenen Kriminellen. Diese oft als "Dschandschawid" bezeichneten Milizen wurden militärisch ausgebildet und mit Waffen versorgt. Marodierend zogen sie wiederholt durch Darfur - teils flankiert durch die sudanesische Luftwaffe und reguläre Soldaten - und verübten Gräueltaten an der Zivilbevölkerung. Mehr als 2 Millionen Menschen wurden vertrieben, zwischen 300.000 und 400.000 getötet. Die UNO bezeichnete den Darfur-Konflikt als die derzeit schlimmste humanitäre Katastrophe. Beobachter sprechen von "ethnischer Säuberung" und - im Vergleich zu Ruanda 1994 - immer öfter von einem "Genozid".


Die UNO hat sich diesem Sprachgebrauch noch nicht offiziell angeschlossen, weil dann umgehend in Darfur eingegriffen werden müsste, um den Genozid zu beenden. Stattdessen sollen UN-Blauhelme eingesetzt werden, um den Konflikt zu deeskalieren und die Zivilbevölkerung zu schützen. Bisher scheiterte dies allerdings an der Weigerung Khartums, Blauhelme ins Land zu lassen. Die von der Afrikanischen Union (AU) und der UNO 2005 gestartete Darfur-Mission (AMIS = Afrikan Mission In Sudan) konnte bisher allenfalls symbolisch wirken. Experten kritisieren, dass die 7500 AMIS Soldaten keineswegs ausreichen, um das rund 500.000 km² große Darfur (ungefähr die Fläche Frankreichs) zu befrieden. Sie halten mindestens 30.000 Soldaten für notwendig.  [1] 
  

31.08.2006
UN-Resolution
1706
Originaldokument
[un.org/Docs/sc/]


Da die AMIS-Eingreiftruppe völlig wirkungslos blieb, beschloss der UN-Sicherheitsrat am 31.08.06 eine von der USA und Großbritannien ausgearbeitete Darfur-Resolution gegen den Willen der sudanesischen Regierung. Bei der Abstimmung enthielten sich Russland, China und Katar, die übrigen 12 Mitglieder des Sicherheitsrates stimmten für die Resolution. Diese fordert u.a. die Stationierung von 17.300 Blauhelm-Soldaten. Nicht zuletzt Uneinigkeit und mangelnder Wille im Sicherheitsrat verhinderten bisher eine Umsetzung der Resolution. So bestand z.B. China auf einen Passus, nach dem die Souveränität Sudans strikt beachtet werden solle und Sudan daher einer Stationierung zustimmen müsse. Seitdem betreibt die Regierung in Khartum eine Hinhaltetaktik mit fadenscheinigen Begründungen. Die Regierung befürchtet nämlich, dass durch die Stationierung von UN-Blauhelmen die Opposition im Lande gestärkt und die eigene Macht, u.a. der Zugriff auf die Ressourcen des Landes, geschwächt werden könnte. Außerdem könnte die Auslieferung von Kriegsverbrechern durch die UN-Blauhelme befördert werden, was die Regierung verhindern will. Seit 2 Jahren liegt nämlich dem Link zu externer Website Internationalem Strafgerichtshof (IStGH) eine von der UN erstellte Liste mit Kriegsverbrechern aus dem Sudan vor.  [1] 
  
  Gestützt wird die Regierung in Khartum u.a. durch China, das stark an Sudans Bodenschätzen (Erdöl, Uran) interessiert ist und sich nicht - wie auch im eigenen Land - an massiven Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen im Sudan stört. Als ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat könnte China auch scharfe Resolutionen gegen Sudan mit seinem Vetorecht verhindern.  [1] 
    

Dokumentation aus der Darfur-Anklageschrift
[taz 28.02.07]
 
Dokument:
Anklageschrift

[ 5,14 MB, icc.cpi.int]

Der Chef-Ankläger des Link zu externer WebsiteInternationalem Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, hat am 27.02.07 Haftbefehle beantragt gegen Exstaatssekretär Ahmad Muhammad Harun und Dschandschawid-Führer Ali Kushayb. Ihnen werden in 51 Punkten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, darunter "Vergewaltigung, Mord, Verfolgung, Folter, Zwangsumsiedlung, Plünderung, Angriffe auf die Menschenwürde, Angriffe gegen die Zivilbevölkerung, ungesetzliche Inhaftierung". [2]  Die Haftbefehle sind im April 2007 in Kraft gesetzt worden.
   

Bericht des
Menschenrechtsrats

Am 12.03.07 legte die Erkundungsmission des UN-Menschenrechtsrates im Sudan ihren Bericht vor. Diese Mission war vom Menschenrechtsrat (MRR) nach schwierigen Verhandlungen am 13.12.06 beschlossen worden. Eine Einreise in den Sudan wurde jedoch durch die Regierung in Khartum verhindert. Die UN-Experten unter Leitung von Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams mussten sich auf den Besuch von Flüchtlingslagern im Tschad beschränken und sich dort bei Flüchlingen über die Lage in Darfur erkundigen. [3]
Auch ohne einen direkten Besuch in Darfur gelangte der Menschenrechtsrat zu eindeutigen Aussagen: "Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit dauern in Darfur an. Wir kommen zu dem Schluss, dass die Regierung des Sudan offensichtlich darin versagt hat, die Bevölkerung Darfurs zu schützen, und dass sie diese Verbrechen selbst orchestriert und daran teilgenommen hat. So ist die feierliche Verpflichtung der internationalen Gemeinschaft, ihre Schutzverantwortung wahrzunehmen, deutlich und dringend geworden."[3]
Aufgrund divergierender Interessen von Ländergruppen ("westliche" Gruppe, Afrika, Asien, Lateinamerika/Karibik) im UN-Menschenrechtsrat sind weitergehende Resolutionen oder Maßnahmen des Menschenrechtsrates auf absehbare Zeit sehr unwahrscheinlich. [4]
   

Haftbefehl gegen
Omar al-Baschir


Der Chef-Ankläger des Link zu externer WebsiteInternationalem Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, beantragt am 14.07.08 erstmals Haftbefehl gegen ein amtierendes Staatsoberhaupt und schreibt damit Rechtsgeschichte: Er wirft Sudans Präsident Omar al-Baschir Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Völkermord in Darfur vor. Entscheiden über den Antrag wird die Richterkammer des IStGh.
Ocampos Vorgehen wrid zwar als juristisch konsequent jedoch politisch hochbrisant eingeschätzt. Viele befürchten, dass das Regime in Khartum in Reaktion darauf den erhofften Friedensprozess blockieren und den Krieg in Darfur wieder forcieren könnte.
Trotz dieser Bedenken hat der Link zu externer WebsiteInternationalem Strafgerichtshof (IStGH) den Haftbefehlt am 04.03.09 erlassen. Der IStGH kann zwar keine Festnahme al-Baschirs in seinem Heimatland erzwingen, al-Baschir muss jedoch mit seiner Festnahme rechnen, sobald er in ein Land reist, dass die Statuten des IStGH anerkannt hat. [Tagesschau]

 

Vertiefende Informationen zum Darfur-Konflikt

Konflitkparteien
in Darfur

Detaillierte Hintergrundinformationen zu den Konfliktparteien
   Infobox: Die Konfliktparteien  [LMD, 09.03.07]

  
Chronologie
Ablauf der Ereignisse seit der Machtübernahme durch das Militär 1958
   Infobox: Was wann geschah  [LMD, 09.03.07]

  
Vielschichtigkeit
des Konflikts
Atta El-Battahani (lehrt Politikwissenschaft  an der Universität von Khartum):
Lokale Ursachen, globale Folgen. [E+Z Nr.11/2006]
Der Konflikt in Darfur ist vielschichtig, verschiedene Faktoren auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene kommen zusammen.

  
Hintergrund
Studie im Auftrag des Deutschen Bundestages
Deutscher Bundestag - Wissenschaftliche Dienste / Birgit Strube-Edelmann:
Der Darfur-Konflikt - Genese und Verlauf   / Stand: 22. Juni 2006
pdf-Dokument Download der Studie [bundestag.de]
  
Hintergrund
Dossier, Dokumente
UN-Resolutionen
Auswärtiges Amt: Der Darfur-Konflikt im Sudan
Hintergrund-Informationen, aktuelle Entwicklungen, Unterstützungen der Bundesregierung, Resolutionen des UN-Sicherheitsrats  und offizielle EU-Dokumente
  
Darfur-Konflikt
Sudan-Dossier der Tagesschau
Sudan-Dossier
[Tagesschau]
 Hungersnot im Sudan - Hintergründe zum Darfur-Konflikt
Im Sudan soll nach Öl gebohrt werden. Manche vermuten dies als Motiv dafür, dass sich die internationalen Staaten im Darfur-Konflikt zurückhalten und nicht mehr Druck auf die sudanesische Regierung ausgeübt wird. Die Welthungerhilfe hat Hintergrund-Infos zur Lage der Flüchtlinge und der Geschichte des Darfur -Konfliktes im Sudan zusammengestellt.
Inhalte u.a.: Geschichte: Kriege seit 48 Jahren im Sudan; Lage der Flüchtlinge im Tschad; Versagen der Politik; Darfur -Nothilfe durch die Welthungerhilfe
Zum Dossier [Welthungerhilfe]  Ergänzende Infos: Sudan-Dossier der Tagesschau
   
Hilfsorganisation: Oxfam Deutschland
Presseinformation
vom 28.01.07

Hintergrund:
Die Krise in Darfur
Hilfseinsatz in Darfur auf dem Tiefpunkt
Nach Angaben von sechs großen Hilfsorganisationen, die in in Darfur tätig sind, hat die Gewalt auch gegen humanitäre Helfer ein bislang ungekanntes Ausmaß erreicht. Die Hilfsorganisationen haben immer schlechteren Zugang zu den Hilfsbedürftigen. Angriffe auf die Zivilbevölkerung nehmen wieder zu und zwingen noch mehr Menschen zur Flucht; ein völliger Zusammenbruch der Hilfsmaßnahmen würde Millionen zusätzlich gefährden. Eine weitere Verschärfung der inzwischen schon vier Jahre andauernden Krise muss unter allen Umständen vermieden werden.
mehr .. [oxfam.de]

 
Darfur-Konflikt: Dossier bei Oxfam.de
Darfur-Dossier  [Oxfam]
Oxfams Hilfe für Flüchtlinge im Sudan und im Tschad
Hilfsorganisation: Oxfam DeutschlandLaut Angaben der Vereinten Nationen handelt es sich in Darfur und im Tschad um die derzeit „schlimmste humanitäre Katastrophe weltweit“. 1,6 Millionen Menschen mussten vor Mord, Entführung, Misshandlung und Vergewaltigung fliehen. UN-Schätzungen zufolge sind seit Beginn des Konflikts bis zu 50.000 Menschen ums Leben gekommen. Angesichts der verheerenden Krise erweitert Oxfam seine Hilfsaktion im Sudan und im Tschad kontinuierlich. Zum Darfur-Konflikt hat Oxfam ein Dossier mit aktuellen und Hintergrund-Infos zusammengestellt: www.oxfam.de/article.asp?id=429.
  

 
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Presse-/ Online-Medien
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Die Entwicklung des Darfur-Konflikts  kann im Pressearchiv recherchiert werden. Alle Datenbank-Einträge zum Sichwort "Darfur":
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Infografik: Sudan, Darfur: Landkarte; Großansicht [FR] Landkarte: Sudan, Darfur
In der Landkarte Sudans mit seinen Nachbarländern ist die Krisen-Region Darfur im Westen Sudans an der Grenze zum Tschad rötlich eingefärbt. Die Konflikte in der Krisenregion Darfur greifen inzwischen auf den Nachbarstaat Tschad über, weil Flüchtlinge aus Darfur dort hin fliehen. Das arme Land Tschad ist mit der Versorgung der Flüchtlinge weitgehend überfordert.
 
Die Grafik ist eingebettet in den Artikel: "Kämpfe im Sudan greifen auf Nachbarländer über. " [FR, 06.12.06, 14 Tage online]
Hinweis: Der FR-Artikel und die Grafik ist online nicht mehr abrufbar.
  
Ähnliche Grafiken:  Wikipedia;   FR 25.2.10,     
   
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Agenda 21 Lexikon:   UN-Sicherheitsrat  
Spezials:   Ruanda-Genozid 1994 
Agenda 21 Themen:   Konflikte, Krieg und Frieden
   
zum Seitenanfangexterne Links / weiterführende Informationen
   

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 Konflikt in Darfur    Darfur     Sudan 
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weitere Links

Bundeszentrale für politische Bildung

Darfur-Hilfe  

Caritas-International  

UNICEF   

Infoseite zu Darfur: Politik-Kurs an der Halephagen-Schule

Amnesty-International.ch 

Bildungsserver Hessen

 

zum SeitenanfangLiteratur

 
Harald Welzer: Klimakriege
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Harald Welzer: Klimakriege. Wofür im 21.Jahrhundert getötet wird,
ISBN-10: 3100894332, S.Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2008, 336 S., 19,90 €.
Unter "Klimakriege" versteht Welzer solche Kriege, deren Hauptursachen in den Folgen der globalen Klimaerwärmung liegen:  Durch vermehrte Erosion/ Wüstenbildung und durch den Anstieg des Meeresspiegels verringert sich der Lebensraum. Das Wasser zum Trinken oder zur Bewässerung  und das Land für Ackerbau oder Viehzucht werden knapper. Durch Vesauerung bieten auch die Meere immer weniger Nahrung. Dies sind Hauptbeispiele dafür, dass die Klimaerwärmung die Existenzgrundlagen für Menschen in vielen Regionen gefährdet. Dadurch und durch Rohstoffverknappung bei teils immer noch stark wachsender Bevölkerung werden die Konflikte um Ressourcen nach Einschätzung Welzers in vielen Regionen so stark wachsen, dass ihm "Klimakriege" sehr wahrscheinlich scheinen. Denn - und das ist der zweite Analysestrang Welzers (Sozialpsycholge am kulturwissenschaftlichen Institut in Essen) - selbst zivilisierte Länder bieten aufgrund der Erfahrungen in der Vergangenheit (Holocaust) durch den Mechanismus der "shifting baselines" keine Gewähr darfür, dass Ressourcenkonflikte zwichen Ethnien oder Staaten künftig ohne Gewalt ausgetragen werden. So hält Welzer den Darfur-Konflikt für den ersten Klimakrieg im 21. Jahrhundert.
"Es gibt einen direkten Zusammenhang von Klimawandel und Krieg. Der Blick auf Sudan ist ein Blick in die Zukunft" (Zitat, S.25)
 
Rezensionen:  literaturkritik.de   DPa  DLF  Freitag.de 

 
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UNO-Darfur

August 10   (44)
Wochenschau: Was kann die UNO?
Dieser Frage geht die Materialsammlung des Wochenschau-Verlags anhand des Darfur-Konflikts nach. Rund 300 Tausend Tote und 3 Millionen Flüchtlinge sind die bisherige schreckliche Bilanz des Konflikts, der seit 2003 eskalierte und immer noch andauert. Was sind die Ursachen des Konflikts? Was tut die UNO, insbesondere der UN-Sicherheitsrat als zuständige Weltorganisation für Frieden und Sicherheit? Droht ein tragisches Scheitern der UNO wie schon 1994 beim Völkermord in Ruanda? Zu diesen Fragen bietet das Wochenschau-Heft Nr. 4 (Juli/August) /2010 Sek.I  auf 25 Seiten eine Fülle von Ausschnitten aus Zeitungsartikeln und Fachbüchern, kurze Begriffs- und Faktenerklärungen sowie Aufgaben- und Arbeitsvorschläge. Zahlreiche Links ins Internet bieten Möglichkeiten für vertiefende Recherchen. Ergänzt wird die Materialsammlung durch methodische und didaktische Hinweise für LehrerInnen.
   
Infos/ Bestellung beim Wochenschau-Verlag

| Darfur | Sicherheitsrat | Konflikte |
   
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Menschenrechtsrat
der
Vereinten Nationen

UN
Human Rights Council

Mitgliedsstaaten



Der Menschenrechtsrat (MRR) löste 2006 die 1946 gegründete Menschenrechts-kommission (MRK) ab, die sich als wenig effektiv erwiesen hatte. Doch die Hoffnung, der MRR werde mit weniger Mitgliedsstaaten (47 statt früher 53) und infolge seiner Direktwahl durch die UN-Vollversammlung wirksamer sein als die MRK, hat sich nicht erfüllt. Der Gegensatz zwischen einerseits den Staaten Afrikas und Asiens und andererseits den Staaten Osteuropas, der Karibik und Lateinamerikas sowie Westeuropas und sonstiger Staaten blieb erhalten und beeinträchtigt den MRR bis zur Wirkungslosigkeit, so auch aktuell im Darfur-Konflikt. Mit ihrer absoluten Mehrheit (zusammen 26 Stimmen) haben die Staaten Afrikas und Asiens bisher eine klare Verurteilung Sudans und wirksame Maßnahmen verhindert.
Offizielle Website:  www.ohchr.org/english/bodies/hrcouncil/
Weitere Infos:  UN-Menschenrechtsrat [Wikipedia]
   
Genozid
Völkermord
"Genozid" ist ein im Rahmen des Völkerrechts eng umrissender Fachbegriff. Im Artikel II der Link zu externer Website "Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes", die am 12.01.1951 in Kraft trat, werden unter "Völkermord" Handlungen verstanden, die gezielt in der Absicht erfolgen, "eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören" durch:
a) Tötung, b) schwere körperliche oder seelische Schädigung, c) Unterwerfung unter zerstörerische Lebensbedingungen, d) Geburtenverhinderung, e) gewaltsame Überführung von Kindern in fremde Gruppen
   
   
zum SeitenanfangQuellen


1.


Gérard Prunier*: Darfur - Motive eines Völkermords.  Der Konflikt in Darfur ist komplizierter als die Weltgemeinschaft wahrhaben will,
in: Le Monde diplomatique, 09.03.07,  Volltext,   dauerhaft online
*Forscher am Centre national de la recherche scientifique (CNRS, Paris),
Direktor des Centre français d'études éthiopiennes in Addis Abeba.
Literatur: "Darfur: Der ,uneindeutige' Genozid", Hamburg (Hamburger Edition) 2006.
  

2.

Dominic Johnson*: Darfur vor Gericht. Erstmals hat gestern der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs die Aufnahme eines Verfahrens und die Ausstellung von Haftbefehlen wegen Kriegsverbrechen in Sudans umkämpfter Westregion Darfur beantragt,  
in: taz 28.02.07,   Volltext, dauerhaft online
* langjähriger Afrika-Korrespondent der tageszeitung
  
3. Dominic Johnson: Schrecken ohne Ende. Experten des UN-Menschenrechtsrates geißeln ungewohnt offen die Verbrechen von Sudans Regierung in Darfur,
in: taz 13.03.07,   Volltext,  dauerhaft online
   
4. Andreas Zumach*: Die Welt ist blockiert, Sudan ist zufrieden. Trotz der Eindeutig-keit des UN-Berichts: Die internationale Gemeinschaft ringt weiterhin nur um Worte
in: taz 13.03.07,  Volltext, dauerhaft online
*langjähriger Korrespondent der tageszeitung bei der UNO in Genf :     Infos bei Wikipedia   
  
   

Stand: 13.03.09/zgh => Konflikte, Krieg und Frieden   
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