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  ITER
International Thermonuclear Experimental Reactor
internationaler thermonuklearer Versuchsreaktor
Lexikon

Hintergrund

Am 28.06.05 einigten sich die am ITER-Projekt beteiligten Staaten (EU, USA, Japan, China, Südkorea, Russland), den Forschungsreaktor im südfranzösischen Cadarache zu bauen, nachdem Japan seinen eigenen Vorschlag für den Standort Rokkasho nach Zusage von Sonderkonditionen (u.a. Bau von Anlagenteilen) zurückgezogen hatte. Zum Generaldirektor der noch zu gründenden ITER-Organisation wurde am 15.11.05 der Japaner Kaname Ikeda nominiert, früher Direktor der japanischen "National Space Development Agency" [FAZ, 16.11.05]
Mit ITER soll erstmals ab etwa 2050 eine nennenswerte Energieausbeute nach dem Prinzip der Kernfusion erzielt werden.
  

AFP20050628-DE03
Kernfusion: Energie der Zukunft / AFP-Infografik: Hinweise  zum Bezug
Großansicht: online nicht verfügbar; abgedruckt z.B.:
Westf. Rundschau 29.6.05
taz 22.11.06
   

AFP-Infografik: Kernfusion: Energie der Zukunft
Die Infografik erläutert und veranschaulicht die Kernfusion: Ab Temperaturen von 100 Millionen °C verschmelzen die beiden Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium unter Abgabe von Wärme zu einem Helium-Atom. Diese Kernfusion läuft im gigantischen Ausmaß in der Sonne ab. Mit ITER soll dieser Prozess kontrolliert im kleinen Maßstab auf der Erde in einem Reaktor nachgeahmt werden. Hauptproblem bei der Kernfusion sind die extrem hohen Temperaturen. Während die Sonne die Atome durch ihre enorme Schwerkraft zusammen drückt und dadurch die hohe Temperatur erzeugt, die die Kernverschmelzung in Gang setzt, muss diese Temperatur im Reaktor zunächst energieaufwändig erzeugt werden. Das entstehende heiße Plasma kann nicht durch Behälter eingefangen werden: den hohen Temperaturen können keinerlei Materialien standhalten. Stattdessen wird das Plasma durch ein starkes Magnetfeld gebändigt, das durch supraleitende Magnetspulen erzeugt wird.
  
Kernfusionsreaktor ITER, Querschnitt/ Großansicht bei: FAZ.net
Großansicht [FAZ.net]

FAZ-Infografik: Kernfusionsreaktor ITER
Die Grafik veranschaulicht den Aufbau und die Funktionsweise des geplanten Fusionsreaktors ITER. In einem ringförmigen Magnetfeld (Tokamak-Reaktor) wird ein Plasma-Strom erzeugt und immer mehr erhitzt. Ist die Dichte und die Temperatur groß genug, setzt die Kernfusion unter Abgabe von Wärme ein.
Die Infografik (rechts) zeigt eine Art 3-D-Schnitt durch den Reaktor, so dass der Betrachter quasi in den Reaktor hinein schauen kann. Den ringförmigen Aufbau der Spulen, die das starke Magnetfeld zur Lenkung des Plasmas erzeugen, zeigt die kleine Grafik im linken Teil.   
     

Fusionsenergie
als "saubere" und
unerschöpfliche Energie

Die Fusionsenergie gilt bei vielen Experten als vergleichsweise "saubere" Art der Energiegewinnung, weil der Fusionsprozess selbst keinerlei "Schadstoffe" oder radioaktive Atome erzeugt, anders als beim umgekehrten Vorgang, der Kernspaltung. Allerdings entstehen bei der Kernfusion energiereiche Neutronen, die durch die Magnetfelder nicht eingefangen werden und deshalb auf die umgebenden Materialien (z.B. Stahl) treffen und dadurch dort schwache Radioaktivität erzeugen.
Die Fusionsenergie stellt außerdem - wie die bisherigen Erneuerbaren Energien - eine unerschöpfliche Energiequelle dar, weil ihr Rohstoff Wasserstoff in den Meeren unbegrenzt (für menschliche Maßstäbe) vorhanden ist.
  

"Iter":
der Weg

Manche Energieexperten halten daher ITER für einen wichtigen Beitrag für die langfristige Lösung der Energieprobleme der Menschheit und sehen in ihm daher den Weg in die Zukunft. So haben sie dem Kürzel "ITER" eine weitere Bedeutung gegeben: "Iter" (lateinisch.) = der Weg
  
Baukosten Die reinen Baukosten werden zwischen 4,6 und 10 Milliarden Euro geschätzt. Weitere Kosten fallen während des Betriebs an.
  

Perspektiven

Der ITER-Vorläufer JET (Joint European Torus) ab 1983 erzeugte nur maximal ca. 62 % der zuvor reingestecken Energie zur Aufheizung des Plasmas und zum Betrieb der Magnetspulen, und auch das nur für wenige Sekunden. ITER soll dagegen erstmals einen Nettogewinn an Energie realisieren.
Mit der kommerziellen Nutzung der Kernfusion wird frühestens ab 2050 gerechnet. Bis dahin muss allerdings die Energiewende wegen der Klimaerwärmung längst geschafft sein. Die Fusionsenergie kann also allenfalls auf lange Sicht, etwa im 22. Jahrhundert, einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung leisten.
 
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ITER-Projekt

Offizielle Homepage: www.iter.org  
Max-Plank-Institut Extraseite zu ITER   

 

Stand: 17.11.05/zgh Themen:   Energie  Klima   Daten: Atomenergie
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