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  Umweltökonomische Gesamtrechnungen (UGR)
Lexikon

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Begriffserklärung
Hintergrund

Mit den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) stellt das Statistische Bundesamt seit 1991 Daten zu Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Umwelt zur Verfügung mit dem Ziel, die Nachhaltigkeit des Wirtschaftens zu überprüfen. In Ergänzung zu den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechungen (VGR) wird die Umwelt zusätzlich als Produktionsfaktor analysiert und zusammen mit ökonomischen Faktoren bilanziert.

Im Vordergrund steht die Frage, wie stark die Wirtschaft die Umwelt nutzt durch:
  - Entnahme/ Nutzung von Ressourcen (Energie, Rohstoffe, Wasser)
  - strukturelle Eingriffe in die Natur (Siedlungs- und Verkehrsfläche)
  - Abgabe von Stoffen (Abwasser, Abfälle, Emissionen, z.B. Treibhausgase)
  

  Damit greift das Statistische Bundesamt zentrale Indikatoren der Nationalen Nachhaltigkeitstrategie auf, die von der Bundesregierung am 17.4.2002 beschlossen wurde als Beitrag Deutschlands zum Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg.
   

In einer zusammenfassenden Bewertung für das vergangene Jahrzehnt stellt das Statistische Bundesamt fest:
 - deutliche Verringerungen der Luftemissionen
 - Einsparungen bei Wasser, Rohstoffentnahme und Energieverbrauch
 - größere Erfolge bei der Verringerung von Schadstoffabgaben (Filteranlagen)
 - geringere Erfolge bei der Verringerung der Ressourcen-Entnahme
 - Steigerung der Umweltproduktivität, besonders beim Wasser

   

Umweltproduktivität

Als Maß für die Effizienz der Umweltnutzung durch die Wirtschaft verwendet das Statistische Bundesamt die Produktivität, also das Verhältnis von erzeugten Gütern (BIP) zur Umweltnutzung.
Dazu im folgenden zwei Beispiele
  

Wasserproduktivität

Die Wasserproduktivität( = BIP/ Wasserentnahme) z.B. konnte von 1991 bis 2001 um 36 % gesteigert werden.

Rohstoffproduktivität

Im Zeitraum 1994 bis 2009 hat sich der Rohstoffeinsatz um 19,4 % verringert und das BIP ist um 18,4 % gestiegen, die Rohstoffproduktivität ist also um 46,9 % * gestiegen.
Bei der Bestimmung des Rohstoffverbrauchs in Deutschland wird allerdings der Rohstoffverbrauch von Importprodukten meist nicht oder nur zu Bruchteilen berücksichtigt. Werden z.B. Stahlbleche für die Autoproduktion importiert, zählt nur das einfache Gewicht der Bleche, obwohl für ihre Produktion im Ausland ein Vielfaches an Kohle und Erze aufgewendet wurde. Nach Expertenschätzungen kommt im Durchschnitt auf jede Tonne importierter Güter ein Rohstoffverbrauch von 5 Tonnen im Ausland. Ein Vergleich für 2000 bis 2008 ergab: Ohne Berücksichtigung des importierten Rohstoffverbrauchs stieg die Produktivität um 17,1 %, wird er eingerechnet beträgt die Steigerung nur noch 7 % Quellennachweis.
  
*Rohstoffproduktivität = BIP/ Rohstoffverbrauch = (100% + 18,4%) / (100% - 19,4%) =
   
118,4% / 80,6% = 1,469 = 100 % + 46,9 %.

 
zum SeitenanfangKritik

 
  Laut Anspruch des Statistischen Bundesamtes nehmen die UGR Bezug auf die Nationalen Nachhaltigkeitstrategie, die von der Bundesregierung am 17.4.2002 beschlossen wurde. Die UGR verwenden jedoch bei zentralen Indikatoren (z.B. der Umweltproduktivität) das Bruttoinlandsprodukt (BIP), dessen Berechnungsweise aber wesentliche Aspekte von Nachhaltigkeit nicht angemessen erfasst. Die Kritik am BIP überträgt sich daher auf die UGR.
  
  Zentrale Kennzahlen der UGR, z.B. die Umweltproduktivität, werden relativ zu anderen Werten (oft zum BIP) berechnet und bewertet. Die Biosphäre reagiert jedoch bei vielen Parametern vor allem auf absolute Werte, für die es zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit Schwellen- und Grenzwerte gibt. Für die globale Erwärmung z.B. gilt bei vielen Klimaexperten eine Erhöhung von 2° C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau als Schwellenwert, der nicht überschritten werden sollte. Der globale Temperaturanstieg ist aber nach Einschätzung der meisten Wissenschaftler vor allem Folge des menschgemachten Treibhauseffekts, also direkt abhängig von der absoluten Menge emittierter Treibhausgase weltweit. Im Hinblick auf den Klimaschutz ist also der Indikator Produktivität (also BIP pro Treibhausgasausstoß) ungeeignet: steigt das BIP im Verhältnis stärker als die Treibhausgasemissionen, vergrößert sich der Quotient BIP/Treibhausgase und suggeriert Erfolge bei der Klimapolitik, obwohl die absoluten Emissionzahlen steigen und die globale Erwärmung dadurch fortschreitet. Um die unterschiedliche Größe von Ländern zu berücksichtigen, ist nicht deren Wirtschaftskraft, gemessen mit dem fragwürdigen BIP, sondern die Bevölkerungszahl anzusetzen, also z.B. der Indikator "Treibhausgase pro Kopf" oder "Rohstoffverbrauch pro Kopf".
Wegen der Endlichkeit nicht regenerierbarer Rohstoffe sind auch hier absolute Werte oder Werte pro Kopf die wichtigen: Eine Erhöhung der Rohstoffproduktivität, also ein Rückgang des Rohstoffaufwands pro BIP, allein schon als Erfolg zu werten, ohne dass der Verbrauch in absoluten Zahlen oder pro Kopf auch zurück geht, wird der Problematik der Endlichkeit vieler Rohstoffe nicht gerecht.
   
zum SeitenanfangAktuelles/ Archiv

 

2006

14.11.06
Energieverbrauch
privater Haushalte
"Wie private Haushalte die Umwelt nutzen - höherer Energieverbrauch
trotz Effizienzsteigerungen"

Haupthema der diesjährigen UGR-Pressekonferenz war die Entwicklung der Umweltnutzung durch die privaten Haushalte sowie ihre treibenden Faktoren samt daraus abzuleitenden Handlungsempfehlungen.
Weitere Infos/ kostenlose pdf-Downloads [destatis.de]
Infografik: Die deutschen Haushalte und die Umwelt / Energieverbrauch; Großansicht [FR]
Großansicht [FR]

Die Grafik ist eingebettet im Artikel: Bürger müssen Energie sparen.
[FR, 15.11.06,
14 Tage online]


=> Energie/ Ressourcen  > Daten/Infografiken   
  
Infografik: Die deutschen Haushalte und die Umwelt / Energieverbrauch
Links oben: Entwicklung des Energieverbrauchs privater Haushalte von 1995 bis 2004
(in PJ): 1995/2642;   1996/2710;   1997/2827;   1998/2862;   1999/2890;  2000/2936; 2001/2875; 2002/2877;  2003/2882;   2004/2749.
Links mitte: Verteilung des Energieverbrauchs 2004 auf die Anwendungsbereiche (in %): Raumwärme 75,6; Warmwasser 11,1; mechanische Energie 7,5; sonstige Prozesswärme 4,3; Beleuchtung 1,5.
unten links: Anzahl der Haushalte in Mio: 1995/36,9; 2000/38,1;  2004/ 39,1;
unten mitte: Energieverbrauch je Haushalt in GJ: 1995/72; 2000/78; 2004/71;
oben rechts: Anteil privater Haushalte an der direkten Beanspruchung der Umwelt 2004 in %/ Veränderung 2004 gegenüber 1995 in %:
Siedlungsfläche 52,1/ + 15,9; Endenergieverbrauch 27,3 / + 1,8;
CO-Emission 22,7/ -9,3;  Wassereinsatz 19,8/ -3,1; Stickokzide 15,9/ - 21,0; Abfallaufkommen 12,7/ k.A.; Schwefeldioxid 9,6/ - 58,9
Ausstattung privater Haushalte mit ausgewählten Elektrogeräten 2003 gegenüber 1993 in %: Computer +213,2; Wäschetrockner + 105,6; Spülmaschine +102,7; Mikrowelle +93,2; Vidoerekorder + 60,5; Waschmaschine + 13,9; Kühlschrank +12,1; TV + 6,8; Gefrierschrank - 2,7
Daten aus: FR-Infografik; Quelle: Statistisches Bundesamt
  
14.11.06
UGR 2006
"Umweltnutzung und Wirtschaft - Bericht zu den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen"
Die jährlich herausgegebene Publikation zur UGR enthält aktuelle Daten und Analysen zu den Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Umwelt. Sie wird durch einen Tabellenband mit umfassenden Daten zu allen Themenbereichen der UGR ergänzt.
UGR-Bericht + Tabellenband [ pdf/xls, bei:destatis.de]
   
 

2005


20.12.05
Flächenverbrauch

   
Die Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke betrug im Zeitraum 2001 - 2004 durchschnittlich 115 ha/Tag und hat sich damit gegenüber dem Zeitraum 1997 - 2000 verlangsamt, in dem die Zunahme noch 129 ha/Tag betrug.
Weitere Infos/ kostenlose Downloads [destatis.de]
   
02.11.05
UGR 2005

Der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, stellte am 2.11.05 in Berlin die neuesten Ergebnisse der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) vor, u.a. zum Thema Energie und Rohstoffe.
Presseinformationen/ Tabellen/ vielfältige Downloads [destatis.de]

  
  

Presse-/ Online-Medien:  Datenbank

   
Der Presse-/Medienspiegel (Tages-, Wochenzeitungen, Monatszeitschriften und Online-Medien sowie Infos aus Newslettern von Umweltverbänden und NGOs) bieten vielfältige aktuelle und Hintergrund-Informationen.
Alle Datenbank-Einträge zum Suchbegriff   "UGR":
  => Jahrgang:   2005  2006  2007   
  
   
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Basisseite beim Statistischen Bundesamt:
http://www.destatis.de/basis/d/umw/ugrtxt.htm

UGR-Faltblatt:
Ein Faltblatt mit den Inhalten dieser Seite finden Sie als Download im Internet. Unter unten stehenden Adressen können Sie das Faltblatt kostenfrei beziehen.
http://www.destatis.de/presse_k/ugr_d.htm   

Umweltökonomische Gesamtrechnung [Statistisches Bundesamt]
Tabellen, Informationen und Grafiken, ein themenbezogener Pressedienst sowie Beiträge zum Wissenschaftsforum zur Umweltökonomischen Gesamtrechnung
  

  Arbeitsgruppe Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Bundesländer
Die Arbeitsgruppe hat das Ziel Daten zur Verfügung zu stellen, um eine Basis für umweltpolitische Diskussionen und Entscheidungen zu erhalten.

   

Stand: 20.11.10/zgh => BIP  ESI NAP   DUX     Indikatoren für Nachhaltigkeit   
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