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  Orkan "Kyrill" Dossier

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Bezug zur Agenda 21  

Hintergrund

Infografik: Orkan Großansicht

Der Orkan "Kyrill" zog am 18./19.1.2007 eine Schneise der Verwüstung durch Europa. Mindestens 44 Todesopfer sind zu beklagen, die materiellen Schäden sind derzeit noch nicht bilanziert. Versicherungsexperten rechnen allein in Deutschland mit einer Schadenssumme von über 1 Milliarde Euro und in allen betroffen Ländern mit versicherten Schäden von 5 - 7 Milliarden Euro.
Mit Orkanböen bis zu 202 km/h in der Spitze ist "Kyrill" laut Deutschem Wetterdienst der stärkste Orkan seit "Lothar" um Weihnachten 1999. Während "Lothar" jedoch nur regional beschränkt (vor allem im Südwesten Deutschlands/ Schweiz) wütete, verursachte "Kyrill" zahlreiche Opfer und Verletzte sowie enorme Schäden in vielen Ländern Europas. Nach vorläufigen Einschätzungen sind die Schäden in Deutschland jedoch insgesamt deutlich geringer als beim Orkan"Wiebke" im Jahr 1990.
Regional waren die Schäden an der Infrastruktur und in der Natur (Waldschäden) jedoch schwerwiegender als bei allen Stürmen in Deutschland zuvor. Erstmals wurde der komplette Zugverkehr in Deutschland vollständig eingestellt. Hunderttausende Reisende konnten ihre Ziele nicht mehr am 18.1.07 erreichen und mussten in Hotels und Notunterkünften übernachten. Viele Schulen und Kindergärten blieben wegen des Verkehrschaos'  und der andauernden Unfallgefahr auf Straßen und Wegen am 19.1.07 geschlossen.
Vielerorts kam es zu mehrstündigen Stromausfällen und damit zum Ausfall von Heizungen. Glücklicherweise waren die Folgen für die Menschen angesichts der ungewöhnlich hohen Außentemperaturen nicht so gravierend.
       

Orkan Folge der
Klimaerwärmung?


Angesichts der zahlreichen Opfer und enormen Schäden, die Orkan "Kyrill" verursachte, stellen sich viele die Frage: a) Ist der Orkan "Kyrill" Folge der Klimaerwärmung und b) müssen wir in Zukunft mit mehr und heftigeren Stürmen auch in Deutschland rechnen?
  
Zu a)  Klimaforscher (z.B. Stefan Rahmstorf) weisen immer wieder darauf hin, dass einzelne Extremwetter-Ereignisse - wie aktuell Orkan "Kyrill" oder Hurrikan "Katrina" Ende August 2005 - prinzipiell kein "Beweis" der Klimaerwärmung sein können. Selbst gehäuft auftretende Extremwetter wie z.B. die Rekord-Hurrikansaison 2005  sind kein "Beweis",  bestärken allerdings die Vermutung, dass sich die Wahrscheinlichkeit für solche Wetterextreme erhöht haben könnte.
Stefan Rahmstorf erläutert die komplexen Sachverhalte am Beispiel des Würfelns:
Aufgrund der extremen Komplexität des globalen Klimasystems unterliegen einzelne Wetterereignisse nämlich im hohen Maß dem Zufall und gleichen darin dem Würfeln, wo auch keine sicheren Vorhersagen sonden nur Wahrscheinlichkeitsaussagen getroffen werden können. Auch verfälschte Würfel (erhöhte Wahrscheinlichkeit für Extremwetter) lassen sich bei einem konkret ablaufenden Experiment (das Wettergeschehen) nicht mit Sicherheit von unverfälschten Würfeln unterscheiden: gehäuft auftretende "Sechsen" (mehr Wetterextreme, z.B. die außerordentlich hohe Anzahl von Hurrikanen im Jahr 2005) können rein zufällig oder auch durch Verfälschung der Würfel entstehen, eine sichere Entscheidung darüber ist prinzipiell nicht möglich. Allerdings wird eine signifikant hohe Anzahl von Sechsen die These untermauern, dass der Würfel verfälsch ist.

   
Zu b) Beim Klimasystem ist allerdings bereits klar, dass es "verfälscht" ist, weil durch den Treibhauseffekt die Energie im Gesamtsystem ständig erhöht wird. Mehr Energie im Klimasystem bewirkt eine Intensivierung des Wettergeschehens und in der Folge erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Extremwetter-Ereignisse. Im Durchschnitt über viele Jahre ist daher mit häufigeren und stärkeren Unwettern zu rechnen. Daher passen die in den letzten Jahren gehäuften Wetterextreme (Hurrikane, Starkregen mit Hochwasserkatastrophen, Dürre und Hitzeperioden wie 2003) auch gut zu den Szenarien der Klimaforscher.
   

Im folgenden einige Aussagen und Meinungen zum Problemkomplex:
Klimawandel und Wetterextreme samt ihren Folgen:

 
Peter Höppe
(Leiter der Georiskoforschung der Münchener Rück): Was wir zurzeit erleben, ist ein weiteres klares Indiz dafür, dass sich unser Klima verändert. Dieser Winter ist ein Alarmsignal. Er schlägt bisher alle Rekorde seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Deutschland im Jahr 1856. ... Ich schließe mich Forderungen anderer Experten an: Bis 2020 ist ein Rückgang [des CO2-Austoßes] um mindestens 20 % und eine Halbierung bis zur Mitte des Jahrhunderts nötig. Das ist aber das mindeste, ich bezweifle, dass dies reichen wird. [faz 19.1.07]
   
 

Christian Geyer (FAZ-Redakteur): Die Sturmwarnung und ihr Ernstnehmen hatten nichts mit Alarmismus zu tun, nichts mit Panikmache. Im Gegenteil: Die Warnungen und dass sie ernst genommen wurden, zeigen, dass der Klimawandel, dieses elementare, aber merkwürdig blockierte Thema, diesmal jedenfalls auf der Straße angekommen ist. Jeder, der die Warnungen hörte, wusste: Wir stehen nicht nur im Sturm, wir stehen in einem Klimawandel, der unsere Zukunft womöglich stärker beeinflusst als alles andere, was im Augenblick als Zukunftsthema gehandelt wird.
[faz 19.1.07]
  

Orkane der Größenordnung von "Kyrill" sind laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in Deutschland alle 10 bis 20 Jahre zu erwarten. Ein direkter Beleg des Klimawandels lasse sich aus solchen Einzelereignissen nicht ableiten. Weder Häufigkeit noch Intensität von Stürmen hätten in den letzen Dekaden zugenommen, meint der DWD.
Er sieht eher im bisher zu milden Winter und in den großen Temperaturgegensätzen über dem Nordatlantik Anzeichen für den Klimawandel.
[ARD-Text 20.1.07 S.126]
 
Gerhard Lux (Wetterexperte beim DWD):  „Kyrill ist noch kein eindeutiger Vorbote des Klimawandels“   [FR 19.1.07, 14 Tage online]
   

Hinweis:

Die obige Sammlung wird im Rahmen der laufenden Aktualisierung noch ergänzt 

zum SeitenanfangInformationen zum Orkan "Kyrill"


Die folgenden Informationen können helfen, den Orkan "Kyrill" aktuell im Unterricht aufzugreifen.
   

Namensgebung
   

Der Name "Kyrill" stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet in etwa „der Herrliche“ oder auch „der Herr“ / „der Herrscher“.
Namen für Hoch-/Tiefdruckgebiete werden an sich vom Institut für Meteorologie der FU Berlin vergeben. Ausgesucht wurde der Name "Kyrill" allerdings diesmal von Privatleuten. Sie hatten eine sog. "Wetterpatenschaft" übernommen, das vom Berliner Institut seit Jahren angeboten wird.
  

Chronik der
Ereignisse am 18.1.

Spiegel-Online bietet eine Chronik wichtiger Nachrichten am 18.1.2007
     bis 16:00 Uhr    16:00  bis 19:30 Uhr    19:30  bis  00:47 Uhr   
     

Zugbahn, Hintergrund

Animation: So zieht Kyrill über Deutschland [spiegel.de]
Erläuterung der Zugbahn, Hintergrund-Infos zu "Kyrill"
  

Infos zu "Kyrill"

Interaktive Karte: Die tödliche Spur von "Kyrill"   [spiegel.de]
In einer Deutschlandkarte können Symbole angeklickt werden, mittels der Infos zum jeweiligen Ort (Ereignisse, Opfer, Schäden, Bilder) interaktiv abgerufen werden können.
   

FAZ-Spezial zu Orkan   

FAZ-Spezial zu Orkan "Kyrill": Orkan über Deutschland  [faz.net]
Inhalt u.a.: Aktuelle und Hintergrund-Berichte, Bildstrrecken, Infografiken.
Besonders interessant für den Unterricht:
 - Infografik: Geburt und Weg eines Organtiefs  
 - Infografik: Zugbahn von "Kyrill" und die Opfer  
 - Satellitenbild:  Wolkenbildung über Europa   
 - Bildergalarie:  Bilder zu den Folgen von "Kyrill"  
- Interview: Peter Höppe, Leiter der Georiskoforschung der Münchener Rück 
- Kommentar: Der Klimawandel erreicht die Straße  
 

Spezial: Viele Tote und hohe Sachschäden durch Orkan "Kyrill"  [3sat-nano]
Inhalte u.a.: aktuelle und Hintergrund-Infos, insbesondere zu den Schäden; Chronik der schlimmsten Stürme der vergangenen 10 Jahre in Deutschland; Waldschäden in Deutschland, insbesondere NRW.
Über die Navigationsleiste rechts können vielfältige Hintergrund-Infos über Stürme/ Orkane, Extremwetter, Klima und Umwelt aus der umfangreichen nano-Website abgerufen werden.

  

 
zum SeitenanfangAktuelles / Archiv
   
Mo,  18.01.10, 16:05
Dauer: 55 Minuten
Leonardo
WDR 5 Rundfunk
Drei Jahre nach "Kyrill":  Monokulturen für den Klimaschutz?
Auf den Tag genau 3 Jahre ist es her, dass der Sturm Kyrill über Nordrhein-Westfalen fegte. 15 Millionen Bäume stürzten allein in NRW um – vor allem Fichten. Diese schnell wachsenden Bäume werden von Forstwirten besonders gerne angepflanzt, weil mit ihnen schnell Geld zu verdienen ist. Damit es beim nächsten Orkan nicht wieder zu solch einem Kahlschlag kommt, sollten bei der Wiederaufforstung Mischwälder entstehen, denn die sind weniger sturmanfällig. Doch inzwischen gibt es in Sachen Bäume einen ganz anderen Trend: Energieholzplantagen.
Weitere Informationen
  
Presse-/ Online-Medien
Datenbank
Der Presse-/Medienspiegel (Tages-, Wochenzeitungen, Monatszeitschriften und Online-Medien sowie Infos aus Newslettern von Umweltverbänden und NGOs) bieten vielfältige aktuelle und Hintergrund-Informationen.
Alle Datenbank-Einträge zum Orkan  "Kyrill":
Jahrgang:  2007  2008  2009  2010  2011  2012  2013  2014  2015  2016  2017 
   
Beliebige Suchbegriffe können recherchiert werden durch direkte Eingabe in die Maske oben auf der Startseite zum Presse-Archiv.  
  
   

  
zum SeitenanfangDaten/ Statistiken/ Infografiken

 
Orkan
Großansicht
[faz.net]
Infografik: Zugbahn und Opfer von Orkan "Kyrill"
In die Landkarte West-/Mittel-/Osteuropas zeigt die Zugbahn des Orkans von Großbritannien über Belgien/ Niederlande und Deutschland nach Polen und Osteuropa. In Infokästen entlang der Zugbahn werden die Anzahl der Opfer und die Hauptschadensfolgen notiert.
Eine vergrößerte Ansicht der Infografik steht online bei faz.net bereit.

   
AFP20070119-DE01
Infografik: Fortzüge aus Deutschland
Großansicht
[WAZ]
Infografik: Orkan "Kyrill" fordert mindestens 44 Todesopfer
In die Landkarte sind Windrichtung und Geschwindigkeit in km/h am 18.1.07 um 17 Uhr durch Pfeile, die Orte der stärksten Orkanböen durch Dreiecke markiert:
Angaben in km/h: Wendelstein 202, Brocken 198, Düsseldorf 144.
Der Orkan "Kyrill" hat nach einer vorläufigen Bilanz mindestens 44 Todesopfer gefordert, darunter in: Deutschland 11, Frankreich 3, Belgien 2, Niederlande 6, Großbritannien 13, Tschechien 3, Polen 6.
Die materiellen Schäden sind derzeit kaum abschätzbar: Allein in Deutschland rechnen Versicherungsexperten mit einer Schadenssumme von über 1 Milliarde Euro.
Eine vergrößerte Ansicht der Grafik wird von der WAZ im Rahmen ihres Grafik-Service zusammen mit einem Infotext angeboten.  
Achtung: Der Infotext steht nur bis zum 21.01.07 etwa 17:00 Uhr zur Verfügung, da er dann durch einen neuen ausgetauscht wird. Die Grafik ist meist einige Wochen bis zu mehreren Monaten online.

       
Opfer
Die Anzahl der Todesopfer in Deutschland hat sich am 20.1.07 auf 13 erhöht: In Essen starb ein 32-jähriger Mann, der durch einen umkippenden Baum schwer verletzt worden war.
   
Schäden Zu den materiellen Schäden liegen erste Schätzungen der Rückversicher vor.    
Die Münchener Rück schätzt den Versicherungsschaden durch "Kyrill" auf  5 - 7 Mrd Euro. Damit reicht "Kyrill" fast an den Winterorkan "Lothar" im Jahr 1999 heran, der die Versicherer rund 7,2 Mrd Euro kostete. Größter versicherter Einzelschaden für die Münchener Rück ist die Havarie des Container-Frachters "MSC Napoli".
Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek: "Kyrill hat erneut das hohe Schadenpotenzial durch Winterstürme in Europa aufgezeigt. [...]. Die Versicherungswirtschaft muss das steigende Risiko durch Winterstürme im Zuge des Klimawandels in den Kalkulationen prospektiv berücksichtigen.mehr.. [munichre.com 26.1.07]
Der weltgrößte Rückversicherer Swiss Re schätzt dagegen den versichterten Gesamtschaden durch "Kyrill" auf  3,5 Mrd. mehr.. [swissre.com]
Hinzu kommen noch die nicht versicherten Schäden, bei denen vor allem Waldbesitzer betroffen sind.
   
Waldschäden
In NRW richtete Orkan "Kyrill" die größten jemals festgestellten Waldschäden an: rund 25 Mio Bäume wurden entwurzelt oder geknickt, das sind umgerechnet 12 Mio Kubikmeter Holz, deutschland- bzw. europaweit sind es rund 20 bzw. 30 Mio Kubikmeter. Nach Pressemeldungen sind viele Waldflächen nicht versichert und manche Waldbauern sind in der Folge vom Ruin bedroht.
Bundesweit machen die Waldschäden durch "Kyrill" etwa 10-20% der Schäden durch Orkan "Lothar" 1999 aus.  mehr ... [3sat-nano 23.1.07]
Die Waldschäden sind im Vergleich zu denen durch die Orkane "Viviane" und "Wiebke" 1990 gering. Damals entstanden Waldschäden in Milliardenhöhe.
[ARD-Text 20.1.07 S534]
  
Energieversorgung
Vielerorts stürzten Bäume auf Stromleitungen und es kam zu mehrstündigen Stromausfällen. Besonders betroffen war Südthüringen mit etwa 10.000 Haushalten ohne Strom. Manche Ortsteile wurden erst wieder am 21.1.07 mit Strom versorgt.
  
Zeitweilig war die Ölversorgung über die Druschba-Pipeline unterbrochen, weil Pumpstationen entlang der Trasse in der Ukraine durch von "Kyrill" verursachten Stromausfall ausfielen.
  
drohende Ölpest
Der 275-Meter-Frachter "MSC Napoli" geriet durch "Kyrill" vor der Küste Großbritanniens in Seenot und schlug leck. Bis zum 21.1.07 verlor er etwa 200 Tonnen Öl und über 97 Container mit teils giftigen Stoffen. Es droht eine Ölpest und Verseuchung des Meerwassers mit Chemikalien.
  

Chronik der
schlimmsten Orkane

 Die schlimmsten Orkane seit dem 13.11.1972  [spiegel.de]

Der Artikel berichtet kurz über folgende Stürme:
13.11.1972:  Niedersachsen-Orkan
03.01.1976:  Orkan "Capella"  in Norddeutschland
Jan./März 1990: 8 Orkane in Westeuropa, darunter "Daria"  und "Wiebke"
Dez. 1993: Orkan "Viktoria"
14.01.1994: Sturmtief "Lore"
27.10.1999: Orkan "Lothar"  besonders in Südwestdeutschland / Schweiz
26.10.2002: Orkan "Jeanett"
08.01.2005: Orkan "Erwin"  deutsche Nordseeküste
Jahr 2005: weitere Orkane/ Stürme, darunter "Ulf", "Dorian" und "Ingo".
  
Weitere Chronik bei  3sat-nano . Dort ist die Liste ab 1998 etwas detaillierter:
27.11.98: Herbststurm "Xylia" mit heftigen Regenfällen
3./4.12.99: "Anatol": schwere Verwüstungen in England bis zum Baltikum
26./27.12.99: Orkane "Lothar" und "Martin" in Südwesteuropa
6./7. 07.01: "Willy" in Deutschland, Belgien, Frankreich, Schweiz, Norditalien
26.02.02: Wintersturm "Anna" in der norddeutschen Tiefebene
08.01.05: "Erwin": deutsche Nordseeküste, Sturmflut
20./21.01.05: "Ingo": zwischen Nordseeküste und Alpenrand
12./13. 02.05: "Ulf" im Nord- und Ostseeraum mit gravierenden Schäden
16.12.05: "Dorian": Verwüstungen in Deutschland, Österreich, Tschechien
11./12.01.07: Orkan "Franz": Nordeuropa, 5 Tote in Irland
   
Infografik: Entstehung und Zugbahn eines Orkantiefs, Großansicht bei faz.net Großansicht [faz.net]
     
Infografik: Entstehung und Zugbahn eines Orkantiefs in Westeuropa
Ein Orkantief entsteht typischerweise durch nach Norden vordringende warme, feuchte Luft, die auf Kaltluft im nördlichen Atlantik trifft. Durch Druckdifferenzen entsteht eine Zirkulation (entgegen den Uhrzeigersinn), die durch die üblichen Westwinde nach Osten verfrachtet wird. Sturm- und Orkantiefs entstehen vor allem im Winter, da dann die Druckdifferenz zwischen Island-Tief und Azoren-Hoch besonders groß sind.

Eine vergrößerte Ansicht der Infografik steht online bei faz.net bereit.
   
 
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Agenda 21 Lexikon:   | Hurrikane | Klimawandel
Spezials:   Naturkatastrophen  Hochwasserkatastrophen  
Agenda 21 Themen:   Klima   Energie   
 
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Orkan "Kyrill"
 
Die Wikipedia-Seite bietet ergiebige detailreiche Informationen samt Daten/ Statistiken insbesondere zu den Opfern und Schäden in derzeit 12 Ländern Europas.  
  

 
zum SeitenanfangUnterricht: Anregungen, Unterrichtsmaterialien
   

Die obigen Informationen können als "Rohmaterial" für den Unterricht genutzt werden. Aktuelle speziell für den Unterricht aufbereitete Materialien zum Orkan "Kyrill" sind nach unseren Recherchen noch nicht verfügbar. Sie werden nach Erscheinen hier eingestellt.
Anregungen für
den Unterricht

Stichwortartig einige Anregungen für den Unterricht:

  • Erdkunde/ Physik:
    Entstehung von Sturmtiefs und ihre typische Zugbahn,
    dazu die Infografiken;  wetterkundliche Aspekte ;
    übergreifende Aspekte zum Klimawandel (-> Bezug zur Agenda 21)
  • Erdkunde/Gesellschaftslehre/ Politik:
    Unwetterwarnungen/ Empfehlungen und ihre Beachtung; Verhalten/ Maßnahmen von Individuen, Behörden, Institutionen und Unternehmen; sinnvolle Warnung vs. Alarmismus; Stopp aller Züge sinnvoll?
    Schadensfolgen des Orkans "Kyrill", Folgen für Menschen, Wirtschaft und Gesellschaft, z.B. durch Stromausfall; Vergleich mit früheren Katastrophen;
    Katastrophenschutz und -prävention: was kann jede(r) selbst, was können Familien, Behörden/ Kommunen und überregionale Institutionen tun?
       

Der folgenden Abschnitt bietet vielfältige auch übergreifende Aspekte für den Unterricht.
   
zum SeitenanfangBezug zur Agenda 21

  
Naturkatastrophen bedeuten fast immer einen erheblichen Rückschlag auf dem Weg einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 21. Menschen sterben oder werden verletzt, die Angehörigen leiden unter dem Verlust von Familien-mitgliedern und Freunden. Hinzu kommen oft erhebliche Sachschäden, die nicht immer voll versichert sind und individuell zu erheblichen Be- oder gar Überlastungen führen können. Selbst wenn Schäden versichert sind und dadurch individuelle Schicksalsschläge durch Versicherungszahlungen abgefedert werden, so ist in einer Nachhaltigkeitsbilanz zu berücksichtigen, dass Versicherungsleistungen durch das Kollektiv aller Versicherten bezahlt werden, also ein Teil des Volksvermögens umverteilt wird von den Versicherungen hin zu jenen, die von der Schadensbeseitigung profitieren (z.B. Baumaterialienhandel, Handwerker). Was auf den ersten Blick nur wie eine Umverteilung innerhalb der Gesellschaft aussieht oder regional sogar das BIP erhöht, wie z.B. in Regionen entlang der Elbe nach der Hochwasserkatastrophe 2002, ist in einer tiefer gehenden Bilanz ein tatsächlicher Rückschritt: statt Schäden zu reparieren und den alten Zustand der Infrastruktur wieder herzustellen, hätte mit den Versicherungsleistungen eine echte Verbesserung der Infrastruktur finanziert werden können, z.B. eine bessere Wärmedämmung von Häusern oder der Einbau innovativer Technik zur Erhöhung der Energieeffizienz
In einer umfassenden Nachhaltigkeitsbilanz  wird jede Naturkatastrophe an verschiedenen Stellen negativ zu Buche schlagen: das Volksvermögen und der Wert der Biosphäre sinken, Ressourcen- und Energieverbrauch steigen durch die Reparaturmaßnahmen und damit auch der Ausstoß von Treibhausgasen, was über den Treibhauseffekt zur weiteren globalen Erwärmung und damit zur erhöhten Wahrscheinlichkeit für künftige Extremwetter-Katastrophen führt.
  

Vorbeugung Gegen konkrete Naturkatastrophen, wie aktuell den Orkan "Kyrill", sind Menschen machtlos: sie können weder das Entstehen von Extremwettern verhindern noch den Verlauf der Naturgewalten beeinflussen. Sie können allerdings durch vorbeugende Maßnahmen die Schadensfolgen mindern, wie das beim Orkan "Kyrill" ja auch vielfach kurzfristig geschah, z.B. beachteten viele Menschen die Unwetterwarnungen und folgten den dort gegebenen Empfehlungen. Die Kommunen beugten Gefahren vor, indem sie z.B. Schulen und Kindergärten vorzeitig schlossen. Auch Unternehmen reagierten vielfach auf die Warnungen, z.B. stellte die Deutsche Bahn vorsichtshalber den gesamten Schienenverkehr ein.
   
Woran es aber immer noch erheblich mangelt, ist langfristige Vorbeugung, die viel wirksamer wäre als kurzfristige. Dazu im folgenden drei Beispiele:
  
Stromleitungen Um die Schadensfolgen an den Stromnetzen zu verringern und Stromausfällen vorzubeugen, hätten schon längst alle Stromleitungen in die Erde verlegt werden sollen. Die Stromausfälle aktuell beim Orkan "Kyrill" waren zwar vergleichsweise geringfügig, ebenso die Folgeschäden. Es hätte aber auch weitaus schlimmer kommen können: statt ein Orkan bei außergewöhnlich warmen Winterwetter ein Eissturm (Link zu einer externen WebsiteBlizzard), der fast zeitgleich Teile der USA heimsuchte. Leider wurden die Erfahrungen aus der Link zu einer externen Website Schneekatastrophe in Norddeutschland 1978/79  und im November 2005 im Münsterland immer noch nicht flächendeckend umgesetzt, obwohl Stromausfälle die Achillesferse moderner Industriegesellschaften sind.
 
Mischwald Besonders anfällig erwiesen sich die vielerorts immer noch verbreiteten reinen Fichtenwälder. Die flach wurzelnden Fichten konnten sich im schon durch viel Regen aufgeweichten Boden nicht mehr halten, so dass ganze Waldflächen entwurzelt wurden.
Weit aus widerstandsfähiger sind Mischwälder aus verschieden Laubhölzern. Dieses Basiskonzept einer nachhaltigen Forstwirtschaft ist zwar seit langem bekannt - der Begriff der Nachhaltigkeit stammt sogar ursprünglich aus der Forstwirtschaft - dennoch wird die sich langfristig rentierende Umforstung vielerorts nicht wirklich konsequent betrieben.
  
Klimawandel Wie zuletzt der Stern-Report wieder einmal herausstellte, rentieren sich vorbeugende Klimaschutzmaßnahmen besonders stark: Etwa 1 % des weltweiten BIP sind laut Stern-Report erforderlich, um katastrophale Folgen des Klimawandels abzuwenden, dagegen ist mit Schäden in 5 bis 20-facher Höhe und einer Weltwirtschaftskrise zu rechnen, falls so weitergemacht wird wie bisher.
  
Klimaschutz

Zwar können wir Menschen das konkrete Wettergeschehen im Einzelfall (noch) nicht beeinflussen und müssen lernen, mit den bereits spürbaren Folgen des Klimawandels zu leben. Wir können aber z.B. durch schnelle Steigerung der Energieeffizienz und dem zügigem Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie durch ressourcen- und energiesparendere Produktions- und Lebensweisen den Treibhausgasausstoß verringern und dadurch den langfristig wirksamsten Beitrag zur Katastrophenprävention leisten.
Auch Schulen können nennenswert zum Klimaschutz beitragen. Beispiele und vielfältige Anregungen dazu bietet die Spezialsite  "Agenda 21 Schule" .

   

Stand: 18.10.10/zgh   | NaturkatastrophenKlimawandelHurrikane |
zur Themenübersicht Naturkatastrophen zum Seitenanfang

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