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Hunger,  Unterernährung,  Mangelernährung

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Buch/Film: We Feed The World / Online-Bestellung bei Amazon.de
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=> Hunger
=> Nahrung
=> Globalisierung

Erwin Wagenhofer, Max Annas: We Feed The World. Was uns das Essen wirklich kostetOrange Press, Freiburg 2006, ISBN 3-936086-26-3, 191 S., 20,00 €.
Der Film „We Feed the World“ nimmt die Spur unserer Lebensmittel auf: Er zeigt Bilder von Anbau, Verarbeitung, Haltung und Transport unserer Lebensmittel und führt Gespräche mit den Menschen, die sie herstellen. Brasilianischer Regenwald wird gerodet, um auf den gewonnenen Flächen Soja anzubauen, mit dem in der EU Tiere gemästet werden. Von der EU mit Exportsubventionen vergünstigte Erzeugnisse werden auf Märkten in Afrika billiger angeboten als die Produkte der einheimischen Erzeuger. Aus dem Mittelmeer werden Tag für Tag tote Afrikaner gefischt, die schwimmend versuchen, dem zunehmenden Elend zu entkommen. Wer es lebend nach Spanien schafft, findet vielleicht Arbeit in den riesigen Gewächshäusern von Almeria. Das Buch liefert die Hintergründe zum Film, eine ausführliche Darstellung der Recherchen, Zahlen, Zusammenhänge und weitere Beispiele. Das Buch hält fest, was der Film nur anreißen kann und bietet zusätzliche Informationen zu den Themen: Gemüse, Kampftomaten, Spediteure und hungernde Bauern, Brot, Soja-Gene, Brotabfall und Schweineborsten, Milch, Kuhdoping, Konzernmacht und Superbakterien, Fleisch, Güllebörsen, Schlachtabfälle und Emissionen, Fisch, Fischmehl, Aquafarmen und der neue Riesenlachs, Wasser, virtuelles Wasser und realer Durst, Hungern, Cash Crops, Subsistenz und Hungertod, Konsumieren, Ökobenzin, Fairversand und Biosupermärkte.
 
WHH-Spezial: Immer wieder Hungersnöte in der Sahelregion Welthungerhilfe: HomepageWHH-Spezial: Immer wieder Hungersnöte in der Sahelregion
Die Deutsche Welthungerhilfe (DWHH) hat aus aktuellem Anlass ein Spezial zur Hungerkrise im Niger und den der Sahel-Zone erstellt, in der die bereits seit Jahren bestehenden Strukturprobleme der Region beschrieben und analysiert werden.  Strukturprobleme in der Sahel-Zone [DWHH]

Weitere Infos zur Sahel-Krise [DWHH]
     
    
Brot für die WeltHungerreport 2005: Gesichter des Hungers
Brot für die Welt, 2005, 16,50 Euro, Online-Bestellung
Anhand von Einzelschicksalen zeigt der Hungerreport eindrücklich, was Hunger und Armut im Alltag bedeuten. Dazu kommt eine kritische Analyse von Konzepten wie Gentechnik, ökologischer Landwirtschaft und nachhaltiger Landbau oder der Abbau von Agrarsubventionen in der Europäischen Union.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Hungernden keine homogene Gruppe sind. Junge, arbeitsfähige Bevölkerungsgruppen gehören dazu ebenso wie Menschen ohne Selbsthilfepotenzial wie Flüchtlinge oder AIDS-Waisen. Die Ursachen für Hunger und seine Erscheinungsformen sind vielfältig. Es kann also kein Allheilmittel gegen Hunger geben. Vielmehr muss Hungerbekämpfung an den jeweiligen Ursachen ansetzen. Eine gerechte Verteilung der Nahrungsmittel generell, aber auch des Bodens und der Ressource Wasser sind ebenso notwendig, wie die Berücksichtigung der natürlichen und sozialen Bedingungen vor Ort und der Lebensverhältnisse der Zielgruppe. [aus: Newsletter vom 1.8.05]   Weitere Infos zum Report
  
  

      Einführung/ Überblick  

Daten/ Zahlen
für 2004
Zur Zeit leiden weltweit etwa 842 Millionen Menschen an Hunger/Unterernährung, zwei Millionen mehr als letztes Jahr, darunter 170 Millionen Kinder. Alle 5 Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren, ingesamt sterben täglich etwa 100.000, im Jahr 30 Mio. Menschen an Unterernährung. Eine weitere Zunahme ist wahrscheinlich, z.B. in Indien, Indonesien, Nigeria, Pakistan und dem Sudan.
Diese alarmierenden Zahlen ergeben sich aus dem jüngsten Report, den der Sonderberichterstatter der UN-Menschenrechtskommission, Jean Ziegler, am 14.10.04 aus Anlass des Welternährungstages am 16.10.04 in Genf vorgelegt hat.
Nach Einschätzung Zieglers werden die von der FAO definierten Ziele zum Kampf gegen Hunger und Unterernährung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreicht.
  

Ziel der FAO
seit 1996:
Halbierung der Zahl
der Hungernden weltweit bis 2015

Schon beim vorletzten Welternährungsgipfel 1996 hatte sich die FAO das Ziel gesetzt, die Zahl der Hungernden bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Dieses Ziel wurde dann noch einmal bekräftigt bei der UN-Vollversammlung im Jahr 2000, bei der die sog. Millenniumsziele beschlossen wurden: Die Bekämpfung von Armut und Hunger steht an erster Stelle der 8 Millenniumsziele.
Beim letzten Welternährungsgipfel 2002  fiel die Bilanz seit 1996 verheerend aus: Nach Angaben der FAO 2002 nahm die Zahl der Hungernden jährlich im Schnitt nur um 6 Millionen ab. Um das Ziel der Halbierung der Zahl auf 400 Millionen bis 2015 noch zu erreichen, wäre jedoch eine Abnahme um 22 Millionen Menschen pro Jahr notwendig. Leider wurden auf dem Gipfel keine substanziellen Beschlüsse gefasst. Es wurde lediglich wiederum das Halbierungsziel bis 2015 unverbindlich bekräftigt.
  

  Dass die Hunger- und Armutsbekämpfung bisher so wenig erfolgreich ist, hat vielfältige komplexe Ursachen. Nicht nur Naturkatastrophen und Kriege, deren schreckliche Auswirkungen wir über TV leicht nachvollziehen können, sind schuld an Armut und Unterernährung in vielen Regionen. Die Ursachen sind weitaus komplexer: Unterentwicklung in Wechselwirkung mit globalisierten Agrar-, Rohstoff-, Wirtschafts- und Finanzmärkten spielt dabei eine zentrale Rolle.
Dazu mehr unter: Hintergrund  > Ursachen für Hunger und Unterernährung
  
   

zum Seitenanfang   Hintergrund-Informationen

Definitionen:
"Hunger"
"absolute Armut
"
 Was ist Hunger?   Die tageszeitung (11.6.02) stellt in einem Infokasten lexikonartig dar, welche Hungerdefinition seitens der UN und der FAO angewendet wird. Diese definieren Hunger über die Minimum-Energieaufnahme von durchschnittlich 1900 kcal. Die Weltbank setzt für ihren Begriff von "absoluter Armut" 2200 kcal als Grenzmarke.
Energieumsatz
im Weltdurchschnitt
und verschiedenen Regionen der Erde
Der taz-Infokasten enthält weitere Angabe über durchschnittliche kcal- Werte weltweit und in verschiedenen Erdregionen.
(Angaben in kcal pro Tag pro Mensch)
    
1970
2000
  Weltdurchschnitt
2410
2800
  Industrieländer
3130
3230
  Ostasien
2010
2920
  Schwarzafrika
2100
2190

Download der Infografik
pdf, 127 KB
oekom.de

Infografik: Weltweite Verteilung von Hunger und Nahrung.
Durchschnittlich zur Verfügung stehende Kalorienmenge sowie Anteile unterernährter Menschen

Region
(1)
(2)
(3)
Welt
2804
862
14
Industrieländer:
3470
9
< 2,5
Lateinamerika:
2860
52
10
Subsahara-Afrika
2262
213
33
arabische Welt
3110
34
9
GUS
2930
28
7
Südasien
2430
300
21
Ostasien/Südostasien
2682
227
12
Stand: 2006/2007 ; Quelle: FAO/WHO

(1) durchschnittliche täglich verfügbare
     Nahrungskalorien in kcal/Person
(2) Anzahl Unterernährter an der
      Bevölkerung in Mio
(3) Anteil Unterernährter an der
     Bevölkerung in %

Der tägliche Mindestkalorienbedarf
liegt laut FAO/WHO im Mittel
bei 1874 kcal/Person.

  
=> Hunger/ Unterernährung    Ernährung & Landwirtschaft    Armut & Reichtum
 
Energie-
Maßeinheiten

   1kJ = 1000J
1 kcal = 4,1868 kJ

Zum überschlägigen Umrechnen von kcal nach Kilojoule muss also die Kalorienzahl mit 4 multipliziert werden.
Kilokalorie (kcal): veraltetes Maß für die Energiemenge, das häufig noch beim Energiegehalt in Lebensmitteln verwendet wird.
1 kcal ist die Energiemenge, die benötigt wird, um die Temperatur von 1 kg Wasser um 1°C zu erhöhen
.
Weitere ausführliche Infos:  =>  Lexikon-Beitrag: Kalorie / Kilokalorie

Joule (J):
die in der Physik verbindliche Maßeinheit für Energie.
Das Joule ist eine aus der definierenden Gleichung  Energie = Kraft x Weg abgeleitete Maßeinheit: 1 J = 1 Nm (Newtonmeter), wobei N (Newton) die Maßeinheit für die Kraft und m (Meter) für die Wegstrecke ist. 1kJ = 1000J
 => Weitere ausführliche Infos im Lexikon-Beitrag: Joule
 


Looking Ahead
Long Term Prospects for Africa's Agricultural Development and Food Security
Infos/ Download [IFPRI.org]
Ursachen für Hunger und Unterernährung
Die Ursachen für Hunger und Unterernährung sind vielfältig und in komplex vernetzten International Food Policy Research Institutes (IFPRI)Wechselwirkungen miteinander verknüpft. Das Washingtoner Institut IFPRI nennt in seinem Report "Looking Ahead" folgende Ursachen:
hohes Bevölkerungswachstum, schwache und korrupte Regierungen, Ausbreitung von HIV-AIDS, unfruchtbare Böden, niedrige Einkommen, mangelhafte Infrastruktur, begrenzter Zugang zu den Märkten der Industrieländer, kriegerische Konflikte, Wasserknappheit und zu geringe Bewässerung, niedrige Aufwendungen für angepasste Agrarforschung sowie die Benachteiligung von Frauen
.   
[aus: FR, 13.8.05, 14 Tage online]

Experten streiten seit Jahrzehnten über die Ursachen; wir beschränken uns daher darauf, zunächst einige zentrale Faktoren zu benennen und skizzieren dann ansatzweise ihre wechselseitige Beeinflussung:
  
    Verteilung von Grund und Boden;    Verschuldung;  Unterentwicklung; Armut/ mangelnde Kaufkraft;   Exportorientierung;    Monokulturen; mangelnder Zugang zu Märkten;    globalisierte Märkte; Ressourcenknappheit;    Kriege und Konflikte;   Naturkatastrophen.
 

ungleiche Verteilung von Grund und Boden

Menschenrechtsorganisation FIAN
Die internationale Menschen-rechtsorganisation FIAN kritisiert, dass Millionen Menschen keinen Zugang zu Land, Saatgut und Wasser haben.

Als Erbe der Kolonialzeit hat sich in vielen ehemaligen Kolonien eine extrem ungleiche Verteilung von Grund und Boden herausgebildet mit wenigen Großgrundbesitzern und einer Vielzahl von Kleinbauer, die nur Kleinstflächen besitzen oder gepachtet haben, von denen sie sich aber kaum ernähren können. Nach Missernten müssen sie Kredite aufnehmen, was oft eine verhängnisvolle Abwärtsspirale in Gang setzt: Um den Schuldendienst bedienen zu können, versuchen sie die Erträge zu steigern durch Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden, die wiederum per Kredit finanziert werden. Bleibt der erhoffte Mehrertrag dann z.B. durch ungünstige Wetterbedingungen aus, müssen weitere Kredite aufgenommen werden. Am Ende der Schuldenlawine verlieren die Kleinbauern häufig Hab und Gut und vor allem das Land, das sie halbwegs ernährte, an die Großgrundbesitzer, bei denen sie fortan als Tagelöhner ihre Schulden abarbeiten müssen.
Die Großgrundbesitzer lassen in großflächiger Plantagenwirtschaft Monokulturen (Baumwolle, Mais, Soja, Kaffee) für den Export anbauen, weil das weitaus lukrativer ist als für schwindende lokale Märkte mit geringer Kaufkraft zu produzieren. Dadurch kommt der Anbau von Grundnahrungsmitteln für die Bevölkerung zu kurz. Selbst Grundnahrungsmittel müssen dann importiert werden. Wegen mangelnder Kaufkraft können sich viele Menschen diese Nahrungsmittel nicht mehr leisten und müssen hungern.
 
Verschuldung Die oben skizzierte Abwärtsspirale wachsender Verschuldung bei Kleinbauern hat ihre Entsprechung auf staatlicher Ebene. Länder mit einem hohen Anteil an Unterernährten sind i.d.R. auch so hoch verschuldet, dass ein Übermaß der Exporterlöse für den Schuldendienst eingesetzt werden muss und in der Folge nicht mehr genügend Mittel zur Befriedigung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung verbleiben. Selbst ein (teilweiser) Erlass der Schulden für hochverschuldete arme Länder (HIPC-Initiative) konnte viele betroffene Länder nicht nachhaltig aus der Schuldenfalle befreien.
  

Unterentwicklung
globalisierte Märkte

WTO-Gipfel 2003 in Cancún

Die oben skizzierten Mechanismen sind typisch für Entwicklungsländer. Sie sind eine wesentliche Ursache für Unterentwicklung, die wiederum diese Mechanismen verstärkt. Über den Zwang zur Exportorientierung zwecks Schuldenbedienung werden die unterentwickelten Länder zudem eingebunden in globalisierte Agrar-, Rohstoff- und Finanzmärkte, deren Mechanismen aber eher den Interessen der reichen entwickelten Länder und einflussreichen transnationalen Konzernen folgen. Alle Versuche der armen Länder, die Funktionsweise dieser Märkte zu ihren Gunsten nachhaltig zu verändern, scheiterten bisher, zuletzt beim WTO-Gipfel 2003 in Cancún.
  
Preisverfall durch Subventionen
Infografik: Baumwolle: Preisverfall durch Subventionen
Preisverfall bei Baumwolle
durch Subventionen..  weiter..
[Welthungerhilfe]

Überproduktion in entwickelten Ländern
Ein für die armen Länder besonders verhängnisvoller Mechanismus des globalisierten Agrarmarktes und zugleich eine weitere wichtige Ursache für Unterentwicklung ist folgender: Die Überproduktion vieler Industrieländer wird zu subventionierten Dumpingpreisen in Entwicklungsländer exportiert mit der Folge, dass die dortigen lokalen Produzenten aufgeben, weil sie mit den Niedrigpreisen nicht konkurrieren können. Dadurch brechen die lokalen Märkte und mit ihnen die Chance für selbst erwirtschaftetes Einkommen zusammen, was eine Abwärtsspirale aus mangelnder Kaufkraft, sinkender lokaler Nachfrage und Verstärkung der Exportorientierung der Noch-Produzenten in Gang setzt. Am Ende dieser Abwärtsspirale fallen immer mehr Menschen aus dem Marktgeschehen heraus, verarmen und können sich nicht mehr genügend Nahrungsmittel kaufen.
 

Abschottung der Märkte der Industrieländer


sinkende Kaffeepreise
Großansicht/ Infos
[Welthungerhilfe]

Diese Abwärtsspirale wird noch verstärkt durch mangelnden Zugang der Produzenten aus Entwicklungsländern zu den Märkten der Industrieländer, da diese ihre Märkte durch Importzölle und andere Handelshemmnisse abschotten. Die Produzenten in Entwicklungsländern sind also gezwungen, sich auf Rohstoffe zu konzentrieren, die in den entwickelten Ländern nicht oder nicht preiswert genug gewonnen werden können. Um mehr Erlöse zu erzielen, u.a. um den immensen Schuldendienst bedienen zu können, neigen die Rohstoffproduzenten zur Überproduktion, wodurch an globalisierten Märkten wiederum ein Teufelskreis aus sinkenden Preisen und Steigerung der Produktion zum Ausgleich der sinkenden Einnahmen einsetzt. Insbesondere die Kleinbauern (z.B. beim Kaffee) bleiben bei diesem Wettlauf auf der Strecke und verarmen. Maßnahmen zur Drosselung der Rohstoffproduktion, um den Preisverfall zu stoppen, konnten bisher kaum durchgesetzt werden: Bei vielen Rohstoffen sind es zu viele Produzenten, so dass Absprachen und deren tatsächliche Einhaltung bisher dauerhaft nicht gelangen.
  
Erdöl, OPEC
Rohstoffe

Infografik: dynamische Reichweite / www.energiekrise.de
dynamische Reichweite
fossiler Energien
Beim Rohstoff Erdöl aber ist die Situation zunächst anders: Es gibt vergleichsweise wenige Erdöl produzierende Länder, so dass sie ein Kartell, die OPEC, bilden konnten, das auch über Jahrzehnte einigermaßen zusammenhielt und bei sich mittlerweile abzeichnender Ölknappheit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Diese Länder haben durch den Erdölexport an sich genügend Einnahmen. Wenn auch in einigen dieser Länder (Nigeria, Venezuela, Mexiko) viele Menschen hungern müssen, liegt es vor allem daran, dass die Einnahmen nicht für eine nachhaltige Entwicklung genutzt wurden. Die Gründe dafür sind wiederum vielfältig und komplex verknüpft.

Amity Shlaes:
Fluch der Rohstoffe. Bodenschätze korrumpieren die Staaten und verhindern den Wohlstand ihrer Bürger
[DIE ZEIT,13.2.03]


=> Rohstoff-Fluch
Nur drei seien hier aufgeführt:
  Schlechte Staatsführung in Verbindung mit Korruption führt zu Misswirtschaft.
  Korrupte inländische Eliten, oft in Kollaboration mit dem Staat ("Kleptokratie"), bereichern sich in Zusammenarbeit mit ausländischen Konzernen an den Bodenschätzen.
  Die Exporterlöse werden für unsinnige Prestigeprojekte oder unrentable nicht angepasste Technologien vergeudet, zu deren Finanzierung auch noch Kredite aufgenommen werden, was in vielen Entwicklungsländern (z.B. Nigeria) maßgeblich zur Schuldenlawine beigetragen hat.

Die Gründe für nicht nachhaltige Entwicklung mögen im Detail von Land zu Land verschieden sein. Im Ergebnis kommt der oft vorhandene Reichtum an natürlichen Ressourcen breiten Bevölkerungsschichten nicht zu Gute. Im Gegenteil: sie müssen auch noch die Folgen der durchweg hohen Verschuldung ihrer Länder ertragen.
   

Konflikte
um Ressourcen
Der Reichtum an Ressourcen, der doch eigentlich für viele Länder die wesentliche Quelle für nachhaltige Entwicklung sein könnte, verursacht stattdessen in vielen Regionen der Erde das Gegenteil. Knapper werdende Ressourcen erzeugen Konflikte, die nicht selten in bewaffnete Auseinandersetzungen oder gar Kriege münden, wie z.B. den Irakkrieg, dessen Hauptursache das Streben nach Kontrolle der reichen Erdölreserven im Irak und seinen Nachbarländern durch die USA war. Auch viele der aktuellen Konflikte in Afrika (Darfur, Kongo, Elfenbeinküste, Liberia) werden nicht zuletzt wegen knapper Ressourcen (Öl, Diamanten, Colgan, Tropenholz, Wasser, Land für Ackerbau oder Viehzucht) geführt.
Unter Konflikten oder Kriegen leidet die Landwirtschaft und Nahrungsproduktion: Boden, Luft und Wasser werden kontaminiert; Infrastruktur, Äcker und Ernten werden durch Kriegseinwirkungen zerstört, Minen oder noch scharfe Bomben behindern selbst nach dem Krieg das Bestellen und Ernten und den Wiederaufbau; es mangelt an Arbeitskräften.
So sind denn auch nahezu alle Regionen, wo bewaffnete Konflikte oder Kriege ausgetragen werden, gekennzeichnet durch Mangel- und Unterernährung.
    
Naturkatastrophen


Naturkatastrophen (Vulkanausbrüche, Erdbeben, Stürme, Wetterextreme) samt ihren Folgen (Überschwemmungen, Flutkatastrophen, Schlammlawinen, Dürre) können im erheblichen Ausmaß die Infrastruktur und oft auch Ernten und Anbaumöglichkeiten zerstören.
Entwickelte Länder verkraften solche Katastrophen einigermaßen (z.B. Hurrikane im Süden der USA, 8 Taifune in Japan 2004, Hochwasserkatastrophe 2002). Über Versicherungen und die Solidargemeinschaft sind die Betroffen meist hinreichend abgesichert, sodass keiner in Folge von Naturkatastrophen hungern muss.
In unterentwickelten Ländern dagegen verschärfen solche Katastrophen die oft schon schwierige Ernährungssituation dramatisch (z.B. Haiti nach den Wirbelstürmen im Sep. 2004; Überschwemmungen in Bangladesch 2004): sowohl private Versicherungen wie kollektive Systeme sozialer Sicherung fehlen in der Regel, so dass viele Menschen ihrer Existenzgrundlage beraubt werden. Die Versorgung durch internationale Hilfsorganisationen ist zwar wichtig für das unmittelbare Überleben nach solchen Katastrophen aber keine tragfähige Dauerlösung.
Der Vergleich zu entwickelten Ländern zeigt, dass Unterernährung weniger Folge von Katastrophen sondern vielmehr von Unterentwicklung ist, die allerdings durch Katastrophen wiederum verstärkt wird.
  

Naturzerstörung

Das Klima-Desaster hat einen Namen: Bangladesch.
In Bangladesch vermischen sich starke Monsunregen mit der Schneeschmelze von den Hängen des Himalaya. Gleichzeitig droht der Anstieg des Meeresspiegels.

[FR, 4.8.04]

Überschwemmungen, Flutkatastrophen oder Schlammlawinen haben auch menschgemachte Ursachen: die Abholzung von Wäldern z.B. hat vielerorts zu häufigeren und stärkeren Überschwemmungen geführt. Eine wichtige Ursache für die Zunahme der Überschwemmungen z.B. in Bangladesch ist die Abholzung im Himalaya. Weitere Ursachen sind Folgen des Klimawandels (s.u.).
Raubbau an Wäldern oder andere Naturzerstörungen stehen aber wiederum in Wechselwirkung mit Armut und Unterentwicklung: Um Einnahmen kurzfristig zu steigern, wird Raubbau an der Natur betrieben, wodurch die natürlichen Existenzgrundlagen und damit die Chancen für eine nachhaltige Entwicklung zerstört werden.
 
Klimawandel Längerfristig wird der Klimawandel, ausgelöst vom Treibhauseffekt in Folge des Verbrennens fossiler Energien, die weitaus stärksten negativen Auswirkungen auf die weltweite Ernährung haben. Klimazonen können sich verlagern, wodurch wichtige traditionelle Anbaugebiete verloren gehen, während neue nicht schnell genug erschlossen werden können. Durch die Erwärmung schmelzen weltweit Gletscher, für viele Länder die wichtigste Quelle für Trinkwasser und Bewässerung der Felder. Gletscher- und Polkappenschmelze erhöhen den Meeresspiegel, wodurch Anbauflächen in Küstennähe und im Flachland großflächig verloren gehen.
Der Klimawandel verringert auch dramatisch die Biodiversität, eine der wichtigsten Grundlagen für eine nachhaltige Ernährungssicherheit (engl. "food security"), was das Schwerpunktthema des Welternährungstages 2004 war.
   

zum SeitenanfangLinks


Welternährungsgipfel 2002

=>  Lexikon: FAO

 


Die FAO ist die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Sie umfasst heute 183 Einzelstaaten sowie die Europäische Union als Mitglieder. 1945 mit Sitz in Rom gegründet hat sie zum Ziel, Ernährungs und Landwirtschaft zu sichern und die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung zu verbessern.
Rund 4.000 Mitarbeiter weltweit beraten u.a. Regierungen in agrarpolitischen Fragen. Deutschland ist nach den USA und Japan der 3.größte Beitragszahler.

  
Hunger / Unterernährung

Hunger lindern  per Mausklick.
Die Website bietet Informationen zum Thema "Hunger / Unterernährung"
Auf der Homepage blinkt alle 3,6 Sekunden auf einer Weltkarte das Land auf, wo (statistisch gesehen)  der nächste Mensch wegen Unterernährung stirbt.
Durch Anklicken des Buttons "Give Free Food" auf der Homepage sorgen spendable Firmen (über die Welthungerhilfe) dafür, dass einmal pro Tag ein vom Hungertod Bedrohter eine Tasse Reis, Mais oder Weizen erhält.  

 


www.dwhh.de

Die Deutsche Welthungerhilfe wurde 1962 als Nationales Komitee der Freedom from Hunger Campaign der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) vom damaligen Bundespräsidenten Lübke gegründet. Heute ist sie eine der größten privaten Entwicklungs-Organisationen in Deutschland. Gemeinnützig, politisch und konfessionell unabhängig, arbeitet die Organisation unter einem ehrenamtlichen Vorstand und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Vorsitzende ist seit November 1996 Ingeborg Schäuble.
Die Website bietet u.a : Aktuelle und Hintergrund-Infos; Projekte; Kontakte; Stellenangebote; Links.
Für den Unterricht besonders interessant ist das umfangreiche Angebot an Infografiken mit erläuternden Texten (siehe: Daten/ Statistiken/ Infografiken)

  
»Brot für die Welt« ist eine Aktion der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit und wird getragen von allen evangelischen Landes- und Freikirchen Deutschlands. In jährlich mehr als 2000 Projekten und Programmen wird gemeinsam mit Partnern in Übersee Hilfe zur Selbsthilfe geleistet.
Unter "Aktuell" (linke Menüleiste) bietet die Website aktuelle Stellungnahmen und Pressemitteilungen zum Welternährungstag.
Unter "Globales Lernen" bietet die Organisation eine Vielzahl von Unterrichtsmaterialien zum Themenbereich "Eine Welt" im Unterricht an.
  

Nach dem Erfolg ihres Buches "Vom Mythos des Hungers" (engl. "Diet for a small planet") gründeten Frances Moore Lappé und Joseph Collins die "Denkfabrik" ("think tank") "Institute for Food and Development", das später in "Food First" umbenannt wurde. Die Website (engl.) bietet täglich aktualisierte und vor allem Hintergrund- Informationen.  Besonders interessant unter "Other Highlights":
Anuradha Mittal: On the True Cause of World Hunger
12 Myths About World Hunger
Hope's EdgeThe New Diet for a Small Planet

Das "FoodFirst Information and Action Network" (FIAN) ist der Partner für Aktionen und Kampagnen. (siehe nächsten Absatz)
 

FIAN-Homepage
F
oodFirst Informations-
& Aktions- Netzwerk)
www.fian.de

FIAN ist eine internationale Menschenrechtsorganisation für das Recht sich zu ernähren.   
1986 gegründet, hat FIAN heute in Deutschland mehr als 1300 Mitglieder. In elf weiteren Staaten Asiens, Europas, Lateinamerikas und den USA gibt es FIAN-Sektionen.
FIAN ist die Partner-Organisation der "Denkfabrik" "Food First", die von Joseph Collins und Frances Moore Lappé gegründet wurde, den Autoren des Weltklassikers "Vom Mythos des Hungers".
FIAN tritt dafür ein, dass die Landbevölkerung eine eigenständige Ernährungsbasis und eine entsprechende Rechtsbasis hat, um überhaupt erst in der Lage zu sein, eigene Nahrung produzieren zu können.

Weitere Infos im Lexikon-Beitrag zu FIAN
  

Film:
www.essen-global.de


=> Hunger

 =>   Welternährungstag

=>  Ernährung und Landwirtschaft

Filmstart am 27.4.06: "We Feed The World"
Mit erschütternden Bildern setzt der Film eindrucksvoll in Szene, dass der Überfluss an Nahrungsmitteln in den entwickelten Ländern im Zuge einer immer stärker industrialisierten globalisierten Landiwrtschaft einhergeht mit Armut, Hunger und Umweltzerstörung in den Anbaugebieten. Z.B. verursacht der enorme Konsum an Fleisch in den reichen Ländern großflächige Rodungen von Regenwald etwa in Brasilien, um Weidegebiete für Rinderherden zu schaffen. Bewässerung von Treibhausgemüse z.B. führt zu Trinkwassermangel bei der armen Bevölkerung, die sich knappes und daher teures Trinkwasser nicht mehr leisten kann.
Zu Wort kommen neben Fischern, Bauern und Fernfahrern auch Jean Ziegler, der UN-Sonderbeauftrage für das Recht auf Nahrung, der die im Film dargestellten
Verhältnisse immer wieder angeprangert hat, sowie Peter Brabeck, der Konzernchef von Nestlé, dem weltweit größten Nahrungsmittelkonzern.
Die Website essen-global.de bietet Infos und eine Bildergalarie zum Film.  
Für den Unterricht werden auf einer Extraseite Materialien zum kostenlosen Download angeboten sowie weitere Infos z.B. zu Filmvorführungen in Kinos vor Ort bereitgestellt.
      
  weitere Links bietet die Extraseite zum Welternährungsgipfel 2002
   

zum SeitenanfangDaten / Statistiken / Infografiken

Infografik: Hunger-Länder; Großansicht [FR]
Großansicht [FR]
Infografik: Hunger-Länder
In der Weltkarte sind die Länder nach 5 Kategorien gefärbt bzgl. des Anteils der unterernährten Bevölkerung: < 5%;   5-20%;   20-35%; > 35%;  keine Angabe
Quelle: FAO 2005
Die Grafik ist eingebettet in den Artikel: "Ernährungsorganisation erinnert an Millenniumsziele / Investitionen in ländliche Regionen verlangt. "
[FR, 21.10.05, 14 Tage online]
   
Infografik/ Weltkarte: Anteil der Unterernährten an der Gesamtbevölkerung / Großansicht bei der FAO
Großansicht [FAO]
Infografik/ Weltkarte: Anteil der Unterernährten an der Gesamtbevölkerung
In der von der FAO bereitgestellten Weltkarte sind die Regionen nach 5 Kategorien bezogen auf den Anteil der Hungernden gefärbt:
< 5%; 5-20 %; 20-35 %; über 30 %; ohne Daten.
Quelle: FAO; Stand der Daten: 2000-2002
   
 

weitere Daten bietet die Extraseite zum Welternährungsgipfel 2002,
insbesondere zahlreiche Infografiken der Welthungerhilfe.

Weitere Daten/ Statistiken/ Infografiken bietet das Agenda 21 Thema
  "Ernährung & Landwirtschaft"
   

zum SeitenanfangDokumente: Berichte/ Reports/ Studien


2004

 

Nach unseren Recherchen liegt der FAO-Report bis zum 16.10.04 noch nicht zum Download vor.

  

FAO-Report: The State of Food Insecurity in the World 2003
Monitoring progress: towards the World Food Summit and Millennium Development Goals   
Zum Welternährungstag 2003 legte die FAO turnusgemäß ihren Report mit zahlreichen Hintergrund-Analysen, Daten, Fakten, Statistiken und Infografiken vor. Auch wird schon ein Blick gerichtet auf den nächsten Welternährungsgipfel und die Umsetzung der Millenniumsziele bis 2015.
Einführung/ Überblick/ Zusammenfassung/ wichtige Daten [FAO]
Download des FAO-Reports [pdf, 359 KB, 40 S.]

Es wird außerdem ein Flyer mit den wichtigsten Fakten und Infografiken zum Download angeboten:
Download Flyer [pdf, 98 KB, 4 S. ]

   

zum SeitenanfangUnterrichtsmaterialien


Grafikdienst Nr.9/02

Vergrößern: Klick auf Grafik
Die bietet in ihrem Grafikdienst eine Infografik mit ergänzendem Text zur internationalen Getreideproduktion. 2001 wurden über 2 Mrd. Tonnen geerntet. Mais, Reis und Weizen sind die bei weitem wichtigsten Getreidearten. Auf sie entfallen rund 85 % der weltweiten Ernte. Allerdings sind diese Getreidearten regional sehr unterschiedlich verteilt.
Grafik und Text wurden zu einem DIN-A4-Infoblatt zusammengefasst.
Download Infoblatt : pdf/208KB    WinWord-doc/ 98KB  
Für hochauflösenden Druck bieten wir die Grafik zusätzlich einzeln an:
Download Grafik:   pdf/254KB;    eps/854KB

Zahlreiche weitere Infografiken der Welthungerhilfe auf der
   Extraseite zum Welternährungsgipfel 2002
»Brot für die Welt« ist eine Aktion der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit.
Unter "Globales Lernen" bietet die Organisation eine Vielzahl von Unterrichtsmaterialien zum Themenbereich "Eine Welt" im Unterricht an.
  

Globales Lernen
Eingangsseite zu vielen nützlichen Angeboten und Servern betreffend das "Globale Lernen":   www.eine-welt-netz.de

Einen weiteren ergiebiger Einstieg in das "Globale Lernen" bietet der Hamburger Bildungsserver:   http://lbs.hh.schule.de/globlern/
     


Das Welthaus Bielefeld (existiert seit 1980, früher "Dritte Welt Haus" genannt) versteht sich als Entwicklungsagentur, die durch politische Arbeit hier in unserer Gesellschaft wie auch durch Projektzusammenarbeit in den Ländern des Südens einen Beitrag zur Überwindung von Armut und zur Verwirklichung von mehr Gerechtigkeit leistet.
Datenbank für Unterrichtsmaterialien: www.welthaus.de/avsek.html :
die vom Welthaus Bielefeld redigierte Datenbank der EWIK (Eine-Welt- Internet-Konferenz). Dort finden Sie ständig aktualisiert und ergänzt Hinweise auf viele (noch erhältliche) Unterrichtsmaterialien. Viele Materialien können auch online bestellt werden:
Datenbank entwicklungsbezogener Unterrichtsmaterialien: www.eine-welt-unterrichtsmaterialien.de
Angebot von Medien: www.welthaus.de/kistesek.html
  
weitere Materialien 
bietet die Extraseite zum Welternährungsgipfel 2002

Stand:27.04.06/zgh

Themen:  Welternährungsgipfel  Ernährung & Landwirtschaft

zur Themenübersicht zum Oberthema: Ernährung & Landwirtschaft zum Seitenanfang


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